Kapitel 68 - Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist

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00:00:00: Ich hab noch was.

00:00:01: Du hast eher so eine lustige Cold Opening-Einstiegsfrage.

00:00:05: Hau raus!

00:00:06: Wenn eure Knirpse unter einem Jahr alt waren und nicht schlafen konnten oder nicht schlaffen wollten, und ihr musstet die wieder zur Ruhe betten... Was habt ihr getan?

00:00:20: Ganz easy

00:00:21: auf

00:00:22: Amazon gibt's eine Serie, die nennt sich... Oh Gott im Englischen, Aerial America ich glaub die Amerika von oben auf Deutsch Wo über jeden Bundesstaat quasi sind, halt mit dem Flugzeug, Kupschrauber, Drohne, was weiß ich rübergeflogen haben umgefilmt und dann haben sie halt Geschichten zu dem erzählt wo sie gerade drüber fliegen.

00:00:43: Von Geologie angefangen wenn es irgendwelche Felsformationen waren über die Geschichte des Bundesstaates, über besondere Persönlichkeiten Häuser Straßen Gebäude all so weit Industrieanlagen Natur alles alles toll.

00:00:58: Ich weiß nicht, wie der Sprecher heißt und hinterlegt mir so ganz leichter cooler Musik.

00:01:03: Also so ganz leichter dudeliger Musik eine mega geile Dokumentation zum runterkommen und wenn du runter kommst klappt das um mit dem Klänen.

00:01:13: Ich habe zwei Sachen gemacht.

00:01:14: entweder als sie noch ganz klein waren hab ich so rumgetragen im Fliegergriff.

00:01:18: Das war irgendwann dann auch einfach Schicht.

00:01:21: also Rum laufen und Rum tragen hat immer ganz gut funktioniert oder ich habe mich mit hingelegt bin ich meistens selbst weggeknackt.

00:01:29: Also wenn es zu lange ging, also wenn du dir so in einem Stock dusst, doch ein Zimmer liegst und dich nicht bewegen kannst und dein Finger umfasst wird von einer kleinen Hand und jedes Mal denkst du okay jetzt ist er eigentlich schlafen.

00:01:40: Jetzt versuche ich langsam meinen Finger zu befreien und dann wirst du nachgegriffen und dann sag ok noch nicht.

00:01:45: Du probierst das zwei-drei mal und irgendwann knackst du dann irgendwann weg und dann machst du irgendwann so zehn komplett gerätet auf Befreist dich, gehst doch duschen und denk dich auch wieder ins Bett.

00:01:59: Sehr gut!

00:01:59: Ja das fand du meistens.

00:02:01: Bei euch ist es so gerade...

00:02:02: Ja ne also gehört ja dazu.

00:02:05: hin und wieder bring ich auch ins Bett.

00:02:08: Und was?

00:02:11: meine klassische Routine ist natürlich hier bettfertig Schlafsack an usw.

00:02:16: Und dann normal auf dem Arm ganz klassisch.

00:02:19: aber jetzt Neue habe ich ihn einfach so an der Schulter dran und ich singe

00:02:27: Okay.

00:02:28: Das würde ich mich auch in Schlaf flüchten,

00:02:30: richtig?

00:02:32: Normal würde ich schätzen drei bis fünf Lieder aber heute war er halt quasi sehr aufgebracht weil er nochmal die Nase geputzt bekam und das verabscheuert mein Sohn über alles.

00:02:46: Aber der brüllt nicht.

00:02:47: nehmt ihn an die Schulter singe ihm von bedder auf dusse man ins Ohr Und er wird ruhig.

00:02:56: Und wenn ich jetzt noch ein weiteres Lied gesungen hätte, wäre der Beck gepennt.

00:02:58: Denke ich, hoffe ich weiß ihn nicht.

00:03:02: Aber so unterschiedlich funktioniert die Welt.

00:03:04: Ich fand das einfach nur als schönen Einstieg.

00:03:06: Du, dass das ganz ehrlich, dass du Zeit geben, da musst du zwanzigmal singen bevor schläft und es zu Zeiten geben Da singst du es einmal und währenddessen liegt er weg.

00:03:16: Das habe ich schon tatsüber

00:03:17: geschafft, wo er

00:03:18: dann so gepennte hat Dass wir uns dann eher auf meiner Schulter... Ich hab mich dann einfach auf die Couch gelegt und ist einfach mit draufgeblieben und hat einfach weiter geschlafen wird ist dann auch logischerweise.

00:03:29: So muss man es bestimmt auch die Zeiten geben, wo er richtig sauer auf dich wird wenn er so seine erste Freundin mit nach Hause bringt und du dann abends anfängst ihr mit spät zu singen?

00:03:36: Damit

00:03:37: wird er dich ins Bett singt, dass er seine Ruhe hat!

00:03:41: Gut da haben wir noch ein paar Tage Zeit würde ich schätzen.

00:03:44: Grob!

00:03:46: Jut!

00:03:59: Und damit herzlich willkommen zum freundliche Spitzliteratur.

00:04:02: Podcast Folge twohundertsechzehn.

00:04:05: Mein Name ist Philipp Stöfer Wunderbaren, vorbildlichen Väter Max Pringmann und Alexander Rösker.

00:04:14: Grüß euch!

00:04:16: Hallo

00:04:17: Wir sind schon wieder zurück mit einer neuen Buchbesprechung.

00:04:21: Diesen Monat bekommt ihr zwei.

00:04:22: Das hat einen gewissen Grund weil wir ein bisschen in Verzug geraten waren.

00:04:25: das hat was mit auf Name Daten zu tun gehabt mit Krankheit und privaten Reise und sonstige Pläne.

00:04:33: Dementsprechend gibt es diesen Monat zwei Folgen direkt quasi Back to back.

00:04:37: Und noch eine Besonderheit, auch diese Folge ist wieder eine Vorbereitungsfolge für ne Prüfung.

00:04:43: Also ihr könnt ja natürlich auch hören wenn ihr euch nicht auf irgendeine Prüfungen vorbereitet.

00:04:46: aber all diejenigen die jetzt bald Abi machen beziehungsweise... Ist das auch Teil der Oberschulprüfung

00:04:53: Max?

00:04:54: Nopis

00:04:54: Abitur?

00:04:55: Ja

00:04:56: also die Abi machen und eventuell das Buch dass wir heute besprechen nämlich Heinrich von Kleistz Der zerbrochene Krug dann mit auf dem Tableau haben.

00:05:06: Ihr könnt euch heute wieder ein paar Informationen, hoffentlich nützliche Informationen für Euch abholen.

00:05:10: Damit ihr sozusagen

00:05:12: nicht

00:05:13: wie der Krug am Boden zerbrochen vor diesen Aufgaben sitzt und dementsprechend wieder eine kurze Erklärung wie diese Folge funktioniert.

00:05:22: wir fangen an mit einer kurzen Biografie von Kleist.

00:05:24: die wird uns Alex da bieten, decantieren regelrecht.

00:05:29: er hat gesagt versucht es unter einer halben Stunde zu machen.

00:05:31: also ihr wisst danach wahrscheinlich alles über Kleist.

00:05:34: dann macht man eine kleine inhaltliche Zusammenfassung.

00:05:36: Nur ganz kurz, das Stück ist ja auch nur sehr kurz.

00:05:38: Dementsprechend fällt die auch nicht so umfangreich aus.

00:05:41: Dann hört ihr unsere Kurz-Einschätzung.

00:05:43: Es wird heute keine Spoilerwarnung geben.

00:05:45: Dieses Stück ist so kurz Alles was wir darüber verraten während Spoiler.

00:05:48: Sinnvoll ist es trotzdem Wenn ihr dieses Buch vorher gelesen habt Also dieses Stück vorher gelessen habt Damit ihr einen groben Überblick bekommt Bezüge damit ihr bester Die einzelnen Zitate auch verobten könnt.

00:06:00: Also eine Spoiler Warnung am Vorabend der Abi Klausur

00:06:05: Ist vielleicht auch ein bisschen zu

00:06:07: spät.

00:06:10: Und dann versuchen wir uns natürlich wie immer bei diesen Vorbereitungsfolgen mit unserem persönlichen Urteil bis zum Ende zurückzuhalten, also es klingt am Anfang ein bisschen in der Kurzzusammenfassung an bzw.

00:06:20: in den Kurzeinschätzungen aber wir versuchen uns dann sozusagen während der Besprechung einer Lüse erstmal mit unseren persönlichen urteilen bisschen zurückzuhalten damit wir das wirklich so objektiv wie möglich aufarbeiten können und ihr da keine subjektive Färbung mit drin habt.

00:06:35: oder erst eben dann zum Schluss, wenn wir dann auch unsere Punkte vergeben und unser finales Fazit

00:06:41: zum Buch geben.

00:06:44: Hab ich irgendwas verheißen?

00:06:44: Nö!

00:06:47: Das finde ich gut.

00:06:48: Kurz, ich benutze die... das ist ja mein Notizbuch, das hilft euch natürlich überhaupt nicht.

00:06:53: Ich benutze direkt Lama XL Ausgabe Text und Kontext.

00:06:57: Max auch Alex geht also das heißt alle Zitate auf die wir uns heute beziehen Seitenangaben, die entsprechen dem Reklam XL Text und Kontext.

00:07:09: Max hat dazu noch eine Anmerkung?

00:07:12: Als wir darüber gesprochen haben das wir da zu einer Aufnahme machen wollen habe ich natürlich clever wie ich bin in mein Zotero reingeguckt weil ich nicht mehr wusste ob ich das Buch Zuhause habe Und hab gedacht yes!

00:07:24: Ich habe es schon da alles gut muss ich mich nicht drum kümmern.

00:07:27: Dann habe ich meine Reklame Meine gelben Reklamaefte durchgeschaut und festgestellt hier ist nix.

00:07:34: Und dann habe ich mir noch mal den Eintrag genau angeguckt und festgestellt, dass du mir das Buch mal geschenkt hast.

00:07:41: Das sind nämlich die ganz, ganz alten Infraktur.

00:07:45: Ah da war das dabei?

00:07:46: Da

00:07:46: war es dabei!

00:07:47: Und jetzt kommt aber das Problem A, das hat für mich eher antiken Wert und ich möchte das nicht als Arbeitsstück in das Ich reinschreibe benutzen.

00:07:55: Das führte dazu heute Mittwoch, dass ich das am Sonntag bestellte.

00:08:01: Diesmal wirklich tatsächlich mit dem großen a. Es tut mir leid Montag war es da und Montag Nacht war ich fertig.

00:08:10: Es sind ja nur sechzig Seiten oder so was, also der eigentliche Text ist ja noch eine alternative Schlussfassung mit dabei aber der eigentlichen Text ist achtundsiebzig Seiten

00:08:20: lang.

00:08:20: Eine Sache bloß wird bei euch genauso drin stehen unsere Ausgabe ist wie es hier heißt Seiten und Zeilen gleich mit der Ausgabe der Universalbibliothek Nummer einundneunzig.

00:08:32: Wir können aber für den Fall der Fälle müssen wir nicht unbedingt die Seiten angeben, wir können ja auch die Zeilen angeben weil sie sollten überall gestrichen.

00:08:41: Ansonsten ist generell direkt beim XL-Ausgabe in dem fall zu empfehlen.

00:08:45: Die hat einen recht umfangreichen Anhangapparat mit dabei mit Einordnungen, mit Kontextualisierungen Auch teilweise mit Bildern, die das Ganze nochmal untermalen.

00:08:57: Und

00:08:57: vor allem mit Fußnoten, die ich sehr schätze.

00:09:00: Ich musste da doch das eine oder andere mal nach unten reingucken, bin ich ehrlich?

00:09:05: Also an sich wenn ihr davor steht und euch überlegt ob ihr die Hamburger Leserhälfte nehmt oder die Reklamm in dem Fall würde ich fast eher zur Reklamausgabe greifen weil die da ein bisschen umfangreicher ist.

00:09:16: Kostet vier Euro Achtzig übrigens!

00:09:18: Gut

00:09:19: damit genug der Vorrede.

00:09:21: Wir starten direkt rein.

00:09:22: Alex, bitte schön die Biografie zu Heinrich von

00:09:27: Kleist.

00:09:28: Okay das ist natürlich vielleicht wirklich bezogen auf das Abitur uns gefolge gehört wird und vielleicht ein wenig Fehl am Platz.

00:09:35: aber wenn wir über Kleist reden müssen wir trotzdem eine ganz kleine Trigger-Warnung rausgehen denn wir können nicht über Kleestreden ohne seinen Selbstmord zu erwähnen.

00:09:44: Ja, Heinrich Von Kleist Am XXI.

00:09:47: November, VIII und XI fallen nahe Berlin zwei Schüsse.

00:09:52: Heinrich von Kleist zu diesem Zeitpunkt gerade einmal vierunddreißig Jahre alt tötet erst seine schwerkranke bekannte Henriette Vogel und im Anschluss sich selbst.

00:10:03: Tja wer war nun dieser Mann der heute als ein moderner innovativer Autor der Weltliteratur gilt?

00:10:09: Zu Lebzeiten aber fast überall auf Ablehnung stießt und vielleicht auch deshalb diesen schlimmen letzten Schritt ging.

00:10:18: Geboren wurde er in Fremdfurt an der Oder, es ist nicht ganz klar ob am zehnten

00:10:24: Oktober,

00:10:25: so hat er es selbst angegeben oder am achzehnten oktober und er stammte aus einer Familie des Pommerschen Uradels.

00:10:35: als Kleist elf Jahre alt war verstarb sein Vater und er wurde von nun an vom reformierten Prediger Kartell erzogen.

00:10:42: sehr wahrscheinlich lernte er hier die Schriften der klassischen Dichter und zeitgenössischer Philosophen der Aufklärung kennen.

00:10:49: Nichtsdestotrotz als fünftes Kind, aber erster Sohn seines Vaters eines Offiziers oder ehemaligen Offizier in preußischem Militär und zugleich Angehörige einer Familie, die typisch Adel eine Vielzahl von generellen Feldmaschalen aber auch Staatsbeamten etc.

00:11:05: hervorgebracht hat war sein Weg eigentlich vorgezeichnet.

00:11:09: Er musste ins Militär, er musste offizier werden und so trat er im Alter von lediglich vierzehn Jahren in das Militärein und erlebte recht schnell Krieg- und Belagerung unter anderem bei einem Feldzug gegen Französische Truppen am Rhein.

00:11:23: Doch Kleist passte nicht so richtig in der starre Quassette des preußischen Soldatenlebens.

00:11:28: Er haderte damit.

00:11:29: später beschreibt er seinen Dienst als lebendiges Monument.

00:11:35: Im März, im April, bricht er dann auch radikal mit der militärischen Familientradition.

00:11:41: Er quittiert den Dienst und beginnt einen Monat später am April, an der Universität Frankfurt an der Oder ein Studium der Mathematik, Physik, Kulturgeschichte, Naturrecht und Latein und vermutlich zur Beruhigung seiner Verwandten der sogenannten Kameralwissenschaften.

00:11:58: Dabei ging es vor allem um das Erlernen der Tätigkeit in der Verwaltung und der Buchführung, um Wirtschaftsförderungen, Ökonomie und Finanzen.

00:12:07: Und dieses Studium hätte durchaus für eine Laufbahn eines Staatsbeamten gereicht bzw darauf vorbereiten können also etwas womit die Familie von ihm durchaus d'accord gewesen wäre.

00:12:19: Dennoch laut eigener Aussage studiert Kleist nicht des Reichtums der Würden oder der Ehrenwegen sondern er will viel mehr einen ein Lebensplanprojekt entwerfen, ein vernünftiges geordnetes Leben durch die Bildung und Ausbildung des Geistes.

00:12:36: In den zwei Jahren nach Studienbeginn bricht für ihn aber alles zusammen.

00:12:39: Kleist liest die Philosophie Immanuel Kantz und versteht sie so dass man die Wahrheit nie objektiv erkennen könne Alles sei subjektiv.

00:12:49: Diese Kantkrise stürzte ihnen an eine tiefe Existenzangst Denn wenn es keine absolute Wahrheit gibt, wozu dann danach Schreel steben?

00:13:01: Streben.

00:13:03: Sein Studium hatte ja zu dieser Zeit allerdings schon längst aufgegeben.

00:13:06: die Familie seiner verlobten Wilhelmine von Steng geforderte erst eine anständige Anstellung im Staatsamt bevor es zur Hochzeit kommt und so fand er beim preußischen Wirtschaftsministerium eine Anstellung.

00:13:19: Er schrieb sich Als Student unter falschen Namen in Leipzig an der Uni ein, war kurzer Zeit in

00:13:25: Dresden

00:13:25: umtriebig und reiste eben im Auftrag des Ministeriums als sogenannte Wirtschaftsspion durch die Landen.

00:13:31: Das war damals nicht ganz unüblich gewesen.

00:13:33: wir bewegen uns ja hier in der Zeit der Industrialisierung und man hat eben wirtschaftsspirnalsche Betrieben.

00:13:41: Es folgte daraufhin eine Phase extremer Rastlosigkeit.

00:13:44: Er reist nach Paris, in die Schweiz will Bauer werden.

00:13:48: Hierin zerbricht sogar seine Verlobung mit Wilhelmine, die genau das nicht möchte.

00:13:53: Er will Soldat im Diensten Frankreichs werden und schließlich will er nur noch schreiben.

00:13:57: Er ist getrieben von dem Wunsch das unbeschreibliche in Worte zu fassen.

00:14:02: Er sagte zu dieser Zeit, das Leben ist ein schweres Spiel weil man beständig und immer von Neuem eine Karte ziehen soll.

00:14:08: Und doch nicht weiß was Trumpf ist.

00:14:11: Das hat so bisschen was von kaffgeartig das Gefühl auch so'n Auto der scheinbar nie wirklich seinen Platz im Leben fand.

00:14:18: Ja

00:14:18: die nächsten Jahre sind wie gesagt von Unruhe geprägt.

00:14:21: Wie gesagt Paris und Schweiz aber auch Berlin und erneut Dresden wo euer unter anderem Christian Gottfried Körner kennenlernte den Herausgeber der Werke Schillers aber auch den Maler Caspar David Friedrichs.

00:14:36: Tja, und in all dieser Zeit schrieb Heinrich von Kleist unter anderem die Familie Schroffenstein sein Erstlingswerk eighteenhundertundzwei zunächst noch anonym veröffentlicht, schreibt er ab dann unter seinem Namen der zerbrochene Krug, den wir ja heute vorstellen geschrieben zwischen achtzehnhundertdrei und achtzehundertunzechs Amphitrion, welches richtig ausspreche.

00:14:59: Michael Kohlhaas geschrieben, veröffentlicht, auch der Findling und vieles mehr.

00:15:08: Kleist schafft dabei Werke die ihrer Zeit weit voraus waren.

00:15:11: während Goethe und Schiller in Weimar nach Harmonie und Idealismus suchen und streben.

00:15:17: Schreibt Kleist über Gewalt Leidenschaft Chaos der Gefühle.

00:15:22: Der zerbrochene Krüg Der zerbrochene Kuh.

00:15:24: Letzten Endes eine Komödie über Korruption und die Möglichkeit oder Unmöglichkeit, Fragezeichen, die Wahrheit zu finden.

00:15:33: Michael Kohlhaas.

00:15:34: Letzen Endes ist eine Geschichte eines Mannes dessen Rechtsgefühl ihn zum heute würde man sagen Terroristen macht.

00:15:41: Pentacy Lairn.

00:15:42: Achtzehnundrat und sieben erschienen.

00:15:43: ein Drama über die Liebe, die im buchstäblichen Zerfleischen endet.

00:15:49: Goethe lernt kennt Kleist arbeiten, lehnt ihn aber ab.

00:15:56: Er empfindet seine Stücke als unnatürlich und diese Ablehnung dieses literarischen Genies

00:16:01: trifft

00:16:01: Kleists zutiefst.

00:16:02: Eightzehundertundzehn versucht Kleist erneut in Berlin Fuß zu fassen.

00:16:08: Er gründete die Berliner Abendblätter einer der ersten Boulevardzeitungen der Stadt und er ist auch durchaus ein begabter Journalist.

00:16:15: Aber Zensur und politische Intrigen ruinieren das Blatt nach nur einem halben Jahr.

00:16:20: Kleist ist zu diesem Zeitpunkt finanziell komplett am Ende von seiner Familie isoliert, und er sieht keinen Platz mehr für sich in einer Welt die er zunehmend als gebrechlich empfindet.

00:16:32: Nahezu mittellos nahmen die schon einige zeitschwählenden Gedanken an einen Suizid aufgrund von Geldsorgen und der stetigen Kritik an seinen Werken überhand.

00:16:42: Und Kleist suchte und fand... für den Weg des Selbstmordes eine Begleiterin, die unheilbar an Krebs erkrankte hänrierte Vogel.

00:16:51: Mit ihrem Einverständnis erschoss Kleist am einundzwanzigsten November eighteenhundert und elf am Stolperloch dem heutigen kleinen Wansi im südwesten Berlins zuerst sie und dann sich selbst.

00:17:02: in seinen Abschiedsbriefen unter anderem an seine Halbschwester äußerte Kleist hinsichtlich seiner Bestattung keinerlei Wünsche.

00:17:09: Es war aber generierte Vogel, die um eine gemeinsame Bestattungen in der sicheren Erde bat.

00:17:15: Begraben wurden die beiden an Ort und Stelle da eine köchliche Bestattion aufgrund des Selbstmordes unmöglich gewesen wäre.

00:17:23: Tja was bleibt zu sagen?

00:17:25: Kleist war kein klassischer Klassiker, aber er war auch kein Romantiker.

00:17:30: Er war vielmehr ein Solitär.

00:17:32: Er thematisierte die Ohnmacht der Menschen gegenüber dem Schicksal und die Zerbrechlichkeit der Identität Themen, die eigentlich erst im zwanzigsten Jahrhundert ihre volle Resonanz fanden.

00:17:44: Heute ist er einer der meistgespielten Dramatiker auf deutschen Bühnen und vielleicht bleibt zu sagen, vielleicht war sein Tod kein Akt der Verzweiflung allein sondern in seinen Augen der letztendlich letzte Schritt in eine Freiheit, die ihm im Leben verwährt blieb.

00:18:02: Vielen Dank.

00:18:04: Gerne, gerne.

00:18:05: Darf ich noch zwei drei kleinere Ergänzungen machen?

00:18:07: Ja bitte!

00:18:10: Also zum einen hat Kleist Goethe durchaus sehr vergöttert das hast du ja schon angemerkt und Goetha war es aber auch der das Stück der zerbrochene Krug in Weimar auf die Bühne brachte.

00:18:22: Okay.

00:18:23: Trotz

00:18:23: obwohl er ihn jetzt nicht so...

00:18:26: Ja gut das hängt mit was anderem zusammen denn es sollte auch die einzige Aufführung bleiben.

00:18:32: Was sich?

00:18:33: Also du wirst das gleich aus meinen Ausführungen klar, wie wir festgestellt haben so lang ist das Stück nicht.

00:18:39: Aber diese Variante die wir dort am Ende des Buches noch drin haben für den zwölften Akt.

00:18:46: da ist der.

00:18:47: ich glaube statt siebzig Fersen ist es dann plötzlich fünfhundertdreißig Ferse die dann auch eingeschoben werden.

00:18:54: Das war damals noch mit drinnen.

00:18:56: davor war eine andere Inszenierung.

00:19:00: Dann kam das der zerbrochene Krug mit zwei Pausen innen drin.

00:19:05: Und am Ende klatschten einige andere, fanden es eher schlecht und das sorgte für... wie soll man sagen?

00:19:14: Dafür, dass Götis danach direkt vom Spielplan nahm.

00:19:17: Das Stück kam aus dem Wiener Buchtheater, die das ablehnten und dann mit der doch gemeinen Behauptung das Stück sei Zitat Dorsch aus Elend abschmetterten Wie man es richtig macht, zeigte dann Hamburg.

00:19:34: Das Stück wurde dann dort erfolgreich ohne Pause gespielt und das ist eigentlich das schönste Zitat der Herr Heppl meinte gegenüber diesem Stück kann eigentlich nur das Publikum durchfallen.

00:19:52: Sehr schön!

00:19:53: Und mittlerweile muss man sagen dass er unfassbar viel adaptiert.

00:19:57: Es gibt Filme dazu Dutzende Hörspiele,

00:20:00: unfassbar

00:20:01: viele in mehreren Sprachen.

00:20:03: Es gibt Opern und natürlich

00:20:05: die Arterstücke.

00:20:07: Gibt es auch als Hörbuch?

00:20:09: Erschien aus den Elfen.

00:20:11: Dementsprechend die Rezisionsgeschichte und die Adaptionsgeschichte ist ja jedenfalls in der Moderne wahnsinnig

00:20:17: breit.

00:20:18: Ist ja auch bei seinen anderen Stücken.

00:20:20: Also Michael Kurhas wird extrem viel gespielt.

00:20:24: Ich wertschätze sehr das Erdbeben von Chili muss ich sagen, das habe ich im Studium auch gelesen.

00:20:29: Das fand ich klasse!

00:20:32: Aber auch so was wie die Hermannsschlacht sollte man nicht unterschätzen... aber ein der schlimmsten Theatermomente hatte ich bei Pentasi Lea als Pentasi-Lea in den letzten zehn Minuten acht Minuten schreiend auf der Bühne steht und Pentasi lea brüllt.

00:20:51: noch eine der ganz schlimmen Phasen des Leipziger ehemals Zentraltheaters.

00:20:56: Das hat kein Mensch gebraucht und ich gebe auch zu, ich war damals noch Teilnehmer am Theater anrecht.

00:21:03: also wo man einmal im Jahr achtzig Euro bezahlt hatte dann zu zehn Aufführungen ging im Laufe des Schuljahres und... Ich habe nichts verstanden.

00:21:12: in dem Stück bin bestimmt zwischendurch eingepennt was Häufig einmal vorkam, da aber eher wegen des...

00:21:18: Das wird wohl am Ende geschrieben.

00:21:20: ...das Unverständnis wahrscheinlich.

00:21:22: und dann habe ich dann irgendwie gedacht, hey what the hell was macht diese Frau dort vor?

00:21:26: Warum brüllt die?

00:21:27: Können wir das nicht anders klären?

00:21:29: also naja das nur zu meinem umgang mit Kleist.

00:21:35: Aber jetzt zur inhaltlichen Zusammenfassung und die möchte uns heute der liebe Philipp bieten.

00:21:41: Das kann ich wesentlich kürzer fassen Denn zumstück in sich ist weniger zu sagen als zu kleist selbst.

00:21:48: Also wir haben ja schon gehört, dass es nicht um ein Lustspiel also eine Komödie handelt.

00:21:54: und in diesem Lustspieh dieses beginnt mit einem Gerichtstag in dem Dorf Huizum.

00:21:59: das liegt in den Niederlanden in der Niederlandsinn Und dort gerät der korrupte Dorfrichter Adam in Bedrängnis denn die Witwe Martek Rull nein nicht Grul sondern Marte Rull verlangt von dem eben Dorfrichter Adam Schadenersatz für ein ihrer wertvollen Krüge.

00:22:20: Der wurde nämlich des Nachtens zerbrochen und verdächtigt wird der Verlobte, der Tochter Efe, nämlich der Rupprecht Und dieser beteuert jedoch seine Unschuld und ihr.

00:22:34: Efe selbst verweigert sich rupprecht zu belasten.

00:22:38: Der unterstellt ihr wiederum jedoch, dass sie selber des Nächten fremden Besuch empfangen hat.

00:22:44: Nämlich Herrenbesuch also quasi ein Nebenbuhler und der habe beim Auftauchen von Rupprecht selbst die Flucht ergriffen und dabei den Krug zerbrochen.

00:22:56: Stück für Stück wird im Laufe des Stücks aber klar das der Richter selbst der Schuldige ist.

00:23:02: Also Adam selbst ist der Schuldiger.

00:23:04: eher war nachts bei Efe in der Kammer ... zerbrach den Krug, nachdem er je für Zulei berückte.

00:23:14: Und der Gerichtsrat Walter, der zu dieser Zeit in der Stadt weilt... ... kommt glaube ich aus Utrecht zu dem Zeitpunkt?

00:23:21: Utrech, by

00:23:23: the way!

00:23:24: Ja, richtig.

00:23:25: Ein hoher Beamter soll sozusagen die Ausführung oder die Amtsführung Adams kontrollieren und entdeckt während dieses Gerichtsverfahrens halt zahlreiche Widersprüche in Adams Aussagen.

00:23:38: Entlarvt ihn am Ende doch tatsächlich, Doch Adam kann fliehen beziehungsweise Walter lässt ihn flieh'n Und die beiden Verlobten versöhn sich.

00:23:51: Das ist im Endeffekt das Stück inhaltlich kurz zusammengefasst.

00:23:56: Jetzt kommen wir dazu was das Ganze so bedeutend macht, denn eigentlich passt das Ganze auf eine kleine A-Vierseite bzw.

00:24:02: sogar auf eine A-Fünfseite.

00:24:04: und warum dieses Stück jetzt so einen großen Impact hat in der deutschen Literaturgeschichte?

00:24:12: Warum das als eines der spannenden Stücke von Kleist gilt?

00:24:17: Das klären wir jetzt erstmal mit den Kurzheinschätzungen vielleicht gibt es da schon den ein oder anderen Hinweis darauf und dann in unsere Analyse.

00:24:25: Wer möchte anfangen!

00:24:26: Ja, ihr hattet ja jetzt schon euren Part.

00:24:29: Ich habe mich dieses Mal ganz freundlich zurückgehalten.

00:24:33: Nein also ich muss sagen mir hat es erneut gefallen.

00:24:37: Ich hab's gern gelesen den gleiche zugeben muss.

00:24:40: Ich hoffe das ging euch ähnlich.

00:24:42: die ersten zehn fünfzehn Seiten waren schon anstrengend.

00:24:45: Also sich in die Sprache wieder einzufinden Das kostet schon ein bisschen Kraft.

00:24:50: aber ich habe das Gefühl gehabt so ab einem bestimmten Punkt war man dann drin Und dann will man auch unbedingt wissen, kommen sie eben noch auf die Schlüche oder nicht?

00:24:59: Ich glaube der große Wert und warum mir das Stück gefällt ist weil es etwas sein möchte was es eigentlich nicht ist.

00:25:09: Das heißt es ist ja eine Komödie aber eigentlich ist es eine richtig gemeine Satire die in einem Gewand kommt dass man es kleist so nicht zur Last legen kann.

00:25:22: zumindest lässt sich auch satirisch interpretieren und auch inszenieren.

00:25:26: Ich glaube, die Handlung gibt viel mehr her als es auf den ersten Blick vermuten lässt.

00:25:32: Deswegen wie gesagt ein gutes Stück.

00:25:35: ich kann natürlich nachvollziehen wenn man sagt oh nee das ist viel zu anstrengend ja aber wenn man sich für die Literatur der Zeit interessiert glaube ich macht man mit dem zerbrochenen Krug nichts falsch.

00:25:46: Alex!

00:25:48: Ich bin ehrlich Es ist nicht mein Werk gewesen.

00:25:53: Das wirkt meine schulische Sozialisation tatsächlich auch hier noch nach.

00:25:59: Ich bin kein Freund von Theater Literatur.

00:26:08: Es ist nicht die dahinfließende Geschichte, es ist dieses Theaterhaftes und ein Theaterstück.

00:26:15: Das ist nicht meins, ihr hattest da hingegen nicht gefallen Aber in dem Buch... Nein anders ausgedrückt!

00:26:23: Ich weiß jetzt nicht wie in der Schule dieses Buch gelesen wird.

00:26:28: Es ist geschichtsbegleitend im Abitur.

00:26:31: Ich glaube, da hat man schon lange hinter sich gelassen die Zeit in der es spielt.

00:26:37: Es braucht doch ein beträchtliches historisches Wissen um das Buch vielleicht auch so ein bisschen einschätzen oder besser bewerten zu können.

00:26:47: Also ich saß an einigen Punkten und musste dann doch mal googeln und hier überlegen und nachdenken.

00:26:54: Ich glaube, dieses Geschichtswitz hätte ich damals in der Schule nicht gehabt.

00:26:57: Weil Geschichte war eines der ersten Fächer die ich abgewählt habe.

00:27:01: Dementsprechend bin ich dahin gehend ganz froh dass wir es nicht gelesen haben.

00:27:04: aber ich muss zugeben auch wenn das nicht meine Literatur ist.

00:27:07: Ich hätte dieses Werk lieber gelesen als was wir gelesen hatten.

00:27:10: Was vermutlich aber für vieles gilt und was ich vermutlich auch nächstes Jahr bei anderen Büchern nochmal wiederholen werde.

00:27:17: Was das Historische angeht kommen wir nachher noch drauf zu sprechen aber

00:27:20: nichts ist denn trotz...

00:27:23: Es ist nicht mein Buch.

00:27:25: Ja, ich schließe mich euch beiden so ein bisschen an.

00:27:27: Vor allen Dingen auch das was du am Anfang gesagt hast, Max die ersten zehn, fünfzehn Seiten fielen dir schwer!

00:27:33: Die waren Arbeit.

00:27:34: für mich war es diesmal im ganzen Arbeit.

00:27:37: Ich hatte so unfassbare Probleme hier reinzukommen wie lange nicht mehr.

00:27:45: Das lag einerseits natürlich ein bisschen, indem er es auch Alex jetzt gesagt hat dieser Theaterstruktur und das als Stück zu lesen auch ein bisschen daran, dass ich jetzt in den letzten Tagen wenig Zeit hatte und das so ein bisschen nebenbei immer lesen musste.

00:27:56: Dass es ein bisschen schwierig ist also... Es lebt davon, dass man sich eigentlich eine Ruhe hinsetzt und das in einem Stück liest Und sich dafür die Zeit nimmt.

00:28:06: Dann hat man auch einen einfachen Zugang dazu.

00:28:08: Die Zeit hatte ich leider nicht.

00:28:10: Das heißt ich musste das ein bisschen zur Stücke lesen und hatte immer wieder das Problem, dass Ich nicht reinkomme Weil und das hatte Alex schon ja gesagt Du hast nicht diese fließende Geschichte, sondern du hast immer dieses auf der linken Seite steht wer spricht.

00:28:22: Auf der rechten Seite was er oder sie spricht.

00:28:25: und das führt dazu dass man entweder jedes mal den Namen mit davor liest...

00:28:30: ...oder

00:28:32: nur noch auf der rechte Seite liest und dann teilweise zurückspringen muss und sagen wer hat hier gerade nochmal das vorgelesen?

00:28:38: Er hat es gesagt okay der war's.

00:28:40: ah die war's.

00:28:42: Das geht ganz gut in die Dialogen.

00:28:43: Da kann man gut hin und her sprengen, sobald dann drei oder vier Personen gleichzeitig auftreten wird es ein bisschen schwieriger.

00:28:49: Ich hatte also dementsprechend große Probleme da reinzukommen Musste aber wenn ich mal in den wenigen Momenten drin war doch an einigen Stellen wirklich lachen.

00:28:59: diesen komötenhaften Charakter den spürt man da drinnen.

00:29:01: Also der funktioniert auch bei mir Und ich finde diese Art und Weise wie verdichtet er hier auf diesen wenigen Seiten diese zentralen Themen, über die wir gleich noch sprechen werden.

00:29:13: Also Gerechtigkeit und Schuld und unschuld und kann man überhaupt dieses Schulz Süden

00:29:18: etc.,

00:29:19: wird ihr in dieser Form verarbeitet.

00:29:23: Grandios!

00:29:25: Wir haben ja wirklich das was du gerade auch schon gesagt hattest und angesprochen hat

00:29:28: ist Max Es

00:29:30: ist ein Lustspiel aber es liest sich auch als Satire lesen.

00:29:36: Ambivalenz, diese Ambiguität, die du immer so schön sagst, Max.

00:29:39: Die spürt meine, die ist... Das finde ich gut!

00:29:42: Das macht für mich immer diesen Reiz an solchen Dingen aus.

00:29:46: Nichtsdestotrotz hatte ich ein bisschen meine Probleme und bin jetzt vor allem auf die Diskussion dazu gespannt Und würde sagen wir kommen jetzt

00:29:55: zum Aufbau

00:29:57: und

00:29:57: den

00:29:58: Figuren.

00:29:59: Ganz ganz kurz noch Ich muss jetzt an dieser Stelle eine Bildungslücke meinerseits offenbaren

00:30:05: So, ich dachte schließen.

00:30:07: Ich hoffe das ihr sie gleich schließt!

00:30:09: Ich hoffe im Baare ihr schließts Und zwar die Formatierung des Textes.

00:30:16: Wieso zum Teufel nochmal stehen?

00:30:18: Manche beginnt manchmal Die Rede direkt hinter dem Namen einen anderen mal in der Mitte und beim dritten Mal irgendwo ganz auf der rechten Seite Sind das Kunstpausen das Pausen für den für den Theaterbetrieb die irgendwie so eine Art Regie Anweisung darstellen.

00:30:35: Das heißt Antilabe Wenn ich dir das mal so sagen darf.

00:30:40: Also, das Stück ist geschrieben im Blankvers.

00:30:45: Also immer in fünfhebigen Jamben.

00:30:52: Reimlos!

00:30:53: Der Witz an der ganzen Sache ist dass der fünffhäbige Jambus auch eingehalten wird wenn unterwegs sich die Person, die spricht ändert und deswegen bleibt es quasi der Vers gleich, also du musst ja weiter runter gehen weil jemand anderes spricht Und der Blankvers bleibt ja trotzdem dergleiche.

00:31:18: Das macht den Reiz des gesamten sprachlichen aus, dass man das eben in dieser fünfhebigen Jambusform durchhält auch wenn andere Menschen sprechen.

00:31:31: Das heißt, wenn der erste Charakter die ersten drei Hebungen spricht und dann sein Satz zu Ende ist und der nächste weiter spricht, dann spricht er die letzten zwei Hebungen des Fünfhebige Jambuses.

00:31:40: Dann geht es wieder von vorne los.

00:31:41: Deswegen ist das so eingerückt!

00:31:42: Das heißt, das Ende ist sozusagen beim nächsten Hinten angestückelt.

00:31:49: War das verständlich?

00:31:51: Ich glaube ja!

00:31:52: Ich versuche hier gerade die Hebungen mal nachzuvollziehen.

00:31:55: Da habe ich jetzt keine Zeit für aber es ist erstmal wichtig dass wir das überhaupt angesprochen haben.

00:32:01: Macht man glaube ich auch in der Schule, dass man sich das wirklich unten drunter malt oder oben drüber...

00:32:07: Nicht mehr?

00:32:08: Wenn man das lernt nicht mehr?

00:32:09: Also

00:32:10: vielleicht im Leistungskurs kann ich mir vorstellen ... ein Trochan, Daktylen und Anapeste noch behandelt werden.

00:32:20: Aber also dass man es drunter malt... Ich kann mich erinnern das das im Studium viele vor größere Probleme stellte.

00:32:29: Mein Vorteil war wer Latein hat und dorthin und wieder mal was auswendig lernen muss der muss das ja hebisch so betont vorlesen oder nicht vorlesend sondern recitieren.

00:32:41: Und wenn man das einmal drauf hat, dann ist es in Deutsch nicht mehr so schwierig.

00:32:46: Jetzt könnte man noch die Kattenzen und so weiter aus sich angucken... Aber ja Philipp, da zu deiner Zeit damals als selbst Kaiser noch im Babystuhl schlief... Lag!

00:33:03: Da kann das anders gewesen sein.

00:33:04: du hast Gleis ja quasi noch persönlich gekannt

00:33:08: Richtig

00:33:08: ich habe mit ihm zusammen gemeinsam.

00:33:10: er hat meine Hand geführt Die Zeilen

00:33:16: gemacht.

00:33:19: Zurück zum Text, also der reibelose jambische Fimmfeber.

00:33:22: das klingt bisschen wie aus der Jagdsprache entnommen.

00:33:29: Das ist auch einer der klassischen dramatischen Versformen.

00:33:34: Den findet man ganz häufig, dass es jetzt nicht super extravagantes und er funktioniert drisanterweise im englischen als in deutschen.

00:33:40: Das fand ich auch ganz... das hab' ich jetzt neu gelernt dazu.

00:33:43: Fand ich ganz cool!

00:33:45: Gut, dann kann ich damals alles verpasst in der Schule ausgründen.

00:33:48: Vielen Dank für's Aufklagen!

00:33:51: Joa,

00:33:51: Aufbau, das Ganze spielt sich im Zwölf plus ein Auftritt ab.

00:33:58: Also wir haben zwölf Auftritte und dann kommt noch der letzte Auftritt, das ist ein ganz kurzer dementsprechend zwölff plus eins.

00:34:04: Und die Vorrede?

00:34:06: Ähm, und die Vorräte, genau Und als Figuren gibt es auch gar nicht so viele.

00:34:14: Ich würde sie mal aufzählen und dann können wir sie gerne gemeinsam charakterisieren.

00:34:18: Dann haben wir einen Gruppenüberblick.

00:34:21: Also, wir haben den Dorf Richter Adam Das ist der Richter-und Täter.

00:34:27: Wir haben Marte Rull das die Klägerin.

00:34:31: Wir haben Efe Rull, dass ist die Tochter von Marthe.

00:34:34: Wir haben Rubrecht, das ist Efs Verlobter Und wir haben den Gerichtsrat Walter quasi als Vertreter der staatlichen Uprigkeit.

00:34:44: Das sind die Hauptfiguren, die auftreten.

00:34:47: dann haben wir noch ein bisschen gesindert also Märkte zum Beispiel einen Büttel haben wir nach Wir haben noch Licht den Gerichtsschreiber Richtig?

00:34:57: Ja.

00:34:59: und einen Bauer nämlich Feid Tümpel

00:35:02: Den Vater von Rubrecht

00:35:04: genau.

00:35:04: Und dann noch Frau Brigitte, das ist eine Frau aus dem

00:35:07: Dorf.

00:35:10: Wenn wir sie charakterisieren müssen wir vielleicht noch ein zwei Persönlichkeitsmerkmalen zu den einen oder anderen sagen.

00:35:16: Den Dorfrichter hat am Beispiel... Das ist ja nachher von enormer Wichtigkeit ist Karl köpfig und hat einen Klumpfuß und zwar links.

00:35:24: Ist ganz wichtig!

00:35:27: Erst manipulativ und eine Lügne auch das wird nochmal wichtig.

00:35:31: Dann haben wir die Eferol.

00:35:34: Ich würde die als recht naiv und aber auch empfindsam bezeichnen.

00:35:38: Und vorurteils behaftet?

00:35:42: Wir haben den Ruprecht, der wiederum sehr impulsiv hitzköpfig ist schnell eifersüchtig wird.

00:35:48: wir haben die Marte-Roll

00:35:50: Die

00:35:51: Sturr

00:35:52: und Ehren fixiert könnte man es so nennen und der Kruch über alles geht was das heißt werden wir nachher noch dazu kommen.

00:36:05: der kompetent Auftritt, der logisch denkt.

00:36:09: Der unbestechlich ist und der eigentliche Vorantreiber der Verhandlung ist, die er dann kommt.

00:36:17: Und kurze Zwischenfrage?

00:36:18: Ja.

00:36:19: Findest du die wirklich kompetente?

00:36:20: Also will ja für Rechte in Ordnung sorgen!

00:36:23: Aber das ist ja nicht der Begriff von Recht und Ordnung wie wir ihn vielleicht verstehen, sondern eher was er darunter versteht.

00:36:29: Nee es gibt ja immer wieder Dialoge wenn Adam fragt oder Vorschläge macht ich mache jetzt das und ich mache das und Walter ist ja dann derjenige... Oder ich lasse dich jetzt weg und Walter is da nein?

00:36:40: Du sprichst sie jetzt an!

00:36:42: Ich muss mal gucken ob ich die Szene nach erfinde.

00:36:44: Versprechen wir wahrscheinlich sowieso drüber Wenn Sie sich über die einzelnen Paragrafen unterhalten Wann wer aufzutreten hat beziehungsweise wann jemand ein Zeuge abzulegen hat.

00:36:56: Also ich fand schon, dass er da durchaus schlau ist.

00:37:01: Ja das würde ich nicht...

00:37:03: Ja und schließlich Licht den Gerichtsschreiber.

00:37:07: dem ist glaube ich von Anfang an schon klar.

00:37:08: also der Misstraut ist misstrauisch, atemgegenüber ist aber allerdings sehr klug.

00:37:13: Aber in der großen Linie finde ich nützen sehr langweiligen Protagonisten innerhalb der Geschichte.

00:37:22: Also zu Walter.

00:37:24: Nur noch, also zumindest Adam charakterisiert ihn in Vers neunundsiebzig.

00:37:31: Der selbst seinen Schäfchen schiert heißt das dort?

00:37:34: Also der selbst seinen eigenen Vorteil haben möchte.

00:37:38: Zumindest sagt er das über ihn und er selbst charakteriziert sich aus meiner Sicht auch.

00:37:47: ersten Pragmat hätte ich gesagt Denn er ist zur Kontrolle da, sagt aber dann in fers dreihundert vier und fünf.

00:37:56: Und finde ich gleich nicht alles wie es soll.

00:37:59: Ich freue mich wenn es erträglich ist.

00:38:02: Also das reicht mir.

00:38:03: Es reicht mir, wenn's eine Ordnung ist.

00:38:05: plus da sind wir bei drehunderteinundzwanzig ne drehundertdrehen zwanzig dort widerspricht dass sie sich selber fehlt an Vorschriften ganz recht viel mehr.

00:38:15: es sind zuviel.

00:38:16: man wird sie sichten müssen.

00:38:18: Entweder sind es zu viele oder zu wenig, aber er ist insgesamt nicht wirklich einverstanden mit diesem System.

00:38:23: Aber wie sein Name auch schon verrät?

00:38:26: Er isst Walter erst ein Verwalter als er ist zur Kontrolle da, aber nicht zur Innovation im Grunde genommen.

00:38:34: Da würde ich vielleicht mal den ersten Abstecher in die Geschichte machen.

00:38:38: Wir bewegen uns ja hier im Preusten wirklich ganz am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts.

00:38:44: Und es war eine Zeit, in der in Preuesten umfangreiche Justizreform stattgefunden haben unter anderem von Heinrich von Stein, der das ganze Minister durchsetzen wollte und die Grundidee war man wollte die Rechtsprechung insgesamt fairer gestalten und die Willkür der Obrigkeit brechen und weiter als vernünftiger Richter quasi in diesem Zusammenhang.

00:39:10: Der steht natürlich symbolisch für diese Justizreform Preußens zu dem Zeitpunkt, als dieses Berg

00:39:15: erschien ist.

00:39:19: Da komme ich dann später noch mal darauf zurück auf diese Thematik.

00:39:23: Philipp hat die ganzen Personen benannt.

00:39:26: wichtig wären mir noch die Namen der Person also Adam und Eva finde ich spielt schon ziemlich eindeutig auf die Genesis ein Also biblisch.

00:39:40: Der Sündenfall, der Adams-Fall wird im Text genannt.

00:39:46: Nur ist er hier... Habe ich

00:39:46: schon später draufgekommen bei Themen und Motiven?

00:39:50: Wollt ihr's nur schon mal angedeutet wissen.

00:39:51: Licht habe ich länger drüber nachgedacht.

00:39:54: Licht eigentlich als Zeichen der Vernunft für Aufklärung auf Englisch ja auch Enlightenment.

00:40:05: Dabei ist er auch eine sehr zwiespältige Figur, finde ich.

00:40:09: Der ist zum einen ein ziemlicher Opportunist, der auch auf seinen eigenen Vorteil aus ist.

00:40:16: und als er dann die Möglichkeit spürt jetzt kann ich mich ja so positionieren dass mir nichts mehr passieren kann von meinem vorgesetzten Adam Dann wird er zum rechtschaffenden Bürger- und Gerichtsassessor.

00:40:33: Aber bis dahin verhält er sich eigentlich ziemlich angepasst.

00:40:41: Und weil Alex das ja erwähnt hat mit der neuen Justiz oder den Justizreform, der Dorfrichter Adam verkörpert ja noch so ein bisschen diese alte Form des Richters als Vertreter des korrupten Justizwesens.

00:40:59: also er hat ja diesen extrem übermäßigen Trieb das Bedürfnis nach Essen und Trinken, also es ist wirklich dann eher schon in gedrücktem Fressen-und-Saufen.

00:41:12: Und eben seine Sexualität, diese Wollust die im Nachgesagt wird beziehungsweise auch ja nicht nur nachgesagt wurde, die hier zum Tragen kommt, doch eigentlich das grundlegende Element ist warum dieser Krug letztendlich zerbrochen ist.

00:41:25: Also er rückt eh für zu nahe, also bedrängt sie ja des Nächten.

00:41:31: Also diese Korruption, die mit Völlerei.

00:41:34: Wir haben ja auch eine Menge an biblischer Sünden schon, die er in sich vereint und das macht dieser Figur auch in ihrer Form als Richter und Schuldiger und wie er sich immer weiter in dieses ganze Lügenkonstrukt verstrickt zu einer Art komischen Figur

00:41:57: der auch schon ganz zu Beginn selbst diese ganzen Sachen andeutet.

00:42:02: Also, also foreshadowing beginnt ja quasi mit dem ersten Aufzug oder der ersten Szene wo er immer wieder wie soll ich es ausdrücken sich eigentlich um Kopf und Kragen redet und der Licht nimmt das alles so hin und gibt nur Wie soll man sagen, etwas ist im gehässige Kommentare aber immer noch so im Rahmen dass der Chefs nicht richtig merkt.

00:42:30: Ich habe das so als ironisches ja-ja aufgefasst.

00:42:33: Ja?

00:42:33: Das wird

00:42:34: schon stimmen.

00:42:35: Die Richtung trifft es passt.

00:42:38: Er sagt's ja dann auch in Zeile twohundert neunundsechzig direkt also zweihundert achten sechzig sagt Licht die Kläger stehen vor der Thüre schon und darauf antwortet Adam Mir träumt, es hätte ein Kleger mich ergriffen und schleppte vor den Richtstuhl mich.

00:42:53: Und ich säße gleich wohl auf dem Richtstühl dort und schält und hunzt und schlingelte mich herunter und judizierte den Hals ins

00:43:03: Eisenmeer.".

00:43:04: Wie?

00:43:05: Ihr euch

00:43:05: selbst?!

00:43:07: So war ich.

00:43:07: ehrlich bin!

00:43:09: Er nimmt ja hier im Endeffekt schon alles vorweg.

00:43:12: also dieser Traum der er hatte... nimmt ja die komplette handlung im endeffekt schon klar vorweg.

00:43:21: gut habt ihr noch was zum aufbau des stücks das hier los werden wollt.

00:43:27: ansonsten wären wir jetzt bei den zentralen themen und motiven des lust spiels und du hast es gerade schon angesprochen max die namenswahl.

00:43:39: adam und efa spielen oder efe spielen natürlich auf dem sündenfall an.

00:43:44: und wie erleben hier sowas wie einen quasi zweiten Sündenfall, also der Dorfrichter Adam verfällt dem Laster und den Fall der Bollos auf interne biblische Sünde in dem fall.

00:43:55: Die licht auch schon mal anspielt nämlich mit dem sogenannten Adamsfall.

00:43:59: ich habe die stelle jetzt nicht mehr zu hand.

00:44:01: und letztendlich wird dann am ende auch der Dorfrechter aus diesem eigenen Paradies vertrieben.

00:44:08: das Paradies für ihn ist ja dieses Richteramt und der damit verbundene Wohlstand, also dieses ganze Essen und Trinken was er sich damit leisten kann.

00:44:16: Und die ist das Ansehen auch und die Macht, die er dadurch ausüben kann.

00:44:21: Aus diesem Richteramt wird ja letztendlich dann vertrieb.

00:44:24: Also hier haben wir schon den ganz klaren Kontext dazu.

00:44:28: Ja Max!

00:44:29: Da kommen wir zu.

00:44:30: für mich eine Ambiegenstelle weil es unterschiedlich in der Forschung gedeutet wird.

00:44:36: Deutung A Kleist verkehrt das Sündenmotiv und legt die Sünde in Adams Schoß.

00:44:44: Also Adam begeht die Sunde, und Eva ist die Leidtragende.

00:44:49: Das ist in der Bibel andersrum.

00:44:52: Dann wäre klar ein unfassbar fortschrittlicher Mensch So für unsere Gegenwart.

00:44:59: Man kann es aber auch andersrum legen.

00:45:02: Adam fühlt sich wenn wir die frauenfeindliche Zeit immer im Hinterkopf behalten.

00:45:07: das sei an dieser Stelle angemerkt.

00:45:10: Adam fühlte sich zu Eva sehr hingezogen.

00:45:14: Deswegen diese Sünden, weil er quasi sie ist seine Sünde und er begibt sich deswegen auf den Fahrt.

00:45:24: Den er dann beschreitet?

00:45:25: Dann wäre er ein sehr rückschrittlicher Autor.

00:45:27: Und ich finde es gibt für beides Argumente.

00:45:31: Beide Deutungen gehen in irgendeiner Form.

00:45:34: Ich find natürlich den fortschrittlichen etwas schöner.

00:45:38: Der käme uns gelegen

00:45:39: Naja aber das Argument kann das ja noch vertiefen.

00:45:43: Das Argument passt auch.

00:45:46: Wenn wir auf das Motiv vom Krug kommen, der zerbrochen wird dann ist eigentlich schon klar wer hier Opfer ist und wer Täter.

00:45:55: Dementsprechend die fortschrittliche Variante ist die deutlich leichter zu verargumentierende.

00:46:03: Ja, das stimmt!

00:46:04: Und der Krug ist ja auch in mehrere Ebenen interpretierbar also er könnte auch genauso dafür stehen... Also eine Lesbarkeit ist natürlich dass der Richter Adam Ehe bedrängt hat nur, dass es aber zu nichts weiter kam.

00:46:17: Die andere Möglichkeit ist das dieser zerbrochene Kug für die verlorene Unschuld oder Jungfreulichkeit steht und es tatsächlich zu einem Übergriff kam.

00:46:26: also...

00:46:27: Auch das bleibt offen?

00:46:30: Das bleibt komplett offen genau!

00:46:31: Und der Kug hat sowieso eine sehr vielschichtige Bedeutung.

00:46:34: Er kann auch im historischen Kontext gesehen werden.

00:46:37: Also spielt ja in den Niederlanden auf diese ganze Gerichtsbarkeit die Rolle der Spanier in der Geschichte der Niederland bezogen sein.

00:46:46: Aber auch natürlich die Auseinandersetzung mit den Franzosen, das ist vorhin schon erwähnt Alex im nach-Napoleonischen Zeitalter.

00:46:54: Das heißt dieser Coug hat eine unfassbar groß also kein unfassbares großes Fas aus mal aufmachen.

00:47:00: was die Bedeutungsebenen

00:47:01: angeht

00:47:03: Wir haben natürlich noch einen antiken Bezug und der muss natürlich untergebracht werden.

00:47:08: Wie einst König Ödipus Ist nun Richter Adam auch gezwungen über seine eigene Tat zu richten, die er selbst begangen

00:47:18: hat.

00:47:20: Aber im Gegensatz zur Oedipus weiß Adam von vornherein dass er diese Schandtat begangen hatte also das er selbst der Verbrecher ist in dem Fall

00:47:32: und

00:47:32: tut genau deswegen alles was in seiner Macht steht, die relativ hoch ist als Zufrichter diese Aufklärung des Fals nach Möglichkeiten zu verhindern.

00:47:43: Philipp, du hast gerade Ödipuss erwähnt.

00:47:45: Und jetzt würde ich tippen dass nicht jeder die Ödhipuss sage so im Hinterkopf hat.

00:47:50: So auf ist.

00:47:51: die kurz zusammenfassen?

00:47:52: Die Geschichte der Vater von Ödpuss bekommt die Weißsaugung des Oracles von Delphi.

00:47:59: Dein Sohn wird dich erschlagen und deine Frau heiraten oder mit deinen Kindzeugen wie auch immer darauf hin.

00:48:08: Wird Ödopus als kind weggegeben so entspinnt sich die Handlung, der Junge wird groß und bekommt den Auftrag nach Corinne zu reisen um dort beim König vorzusprechen.

00:48:22: wie auch immer.

00:48:23: Auf dem Weg dorthin treffen sie zwar er und ein unbekannter anderer Wagenlenker und weil keiner den Weg zur Seite machen möchte kommt es zum Streit und Oedipus erschlägt den Wagenlänker und zieht weiter.

00:48:39: auf dem Weg dahin trifft er auch.

00:48:43: die Menschen fressen des Zwinges, die ihm ein Rätsel stellt.

00:48:48: Nämlich was hat zuerst am Morgen vier Beine?

00:48:54: Dann am Mittag zwei und am Abend drei!

00:48:59: Und Ödipus kommt auf die richtige Idee dass diese drei Phasen das Leben des Menschen darstellen nämlich als Baby sind wir auf vier Beinen unterwegs, als Erwachsene auf zwei Und zu unserem Lebensabend haben wir einen Rückstock, deswegen sind es drei.

00:49:13: Daraufhin zerfällt die Swings und Oedipus reist dort ein und wird zum neuen König weil er ja die Swing besiegt hat.

00:49:22: Er heiratet auch die Königin denn der König ist ja verschollen und dann bekommt er mit.

00:49:31: Aha!

00:49:32: Er zeugt auch ein paar Kinder.

00:49:35: Dieser Wagenlänker den er erschlagen hat das war sein Vater.

00:49:41: Er hat quasi seine Mutter geheiratet.

00:49:43: Das ist so in der Kurzform die Sage um Oedipus.

00:49:50: Genau, das sind ganz normale griechische Geschichten.

00:49:53: Hey aber ich finde sie hat noch heute richtig coole Drama-Vibes.

00:50:00: Ich wollte darauf hinaus.

00:50:01: es ist nicht die einzige Geschichte aus oder die einzige Sage aus Griechenland, die in so eine Richtung geht.

00:50:07: Es kommt ja immer wieder vor wenn du jetzt an Anzeus denkt, ne?

00:50:10: Der Vater Kronos dem Geweiß sagt wurde, dass eines seiner Kinder ihm vom Drohne das Olymp stürzen wird.

00:50:17: Also hat er alle seine Kinder gefressen und seine Mutter Reha, also die Mutter von Zeus, Reha gab als Zeus geboren wurde mit dem Kronos ein Stein zu essen den er runtergeschlungen hatte und am Ende kam es natürlich mit List

00:50:29: etc.,

00:50:30: sorgte Zeus dafür.

00:50:32: nicht nur das Kronus aus dem Olymp verspannst sondern auch da er die Kinder wieder ausspuckt.

00:50:36: Tja was macht Zeus dann zum Dank?

00:50:38: Heiratet seine Schwester.

00:50:39: Voilà!

00:50:40: Sie sind in der griechischen Mythologie

00:50:43: Das Motiv ist also häufiger schon aufgetaucht.

00:50:47: Und die Tochter, eine der Töchter, die erzeugt ja mit Jokaste, ist Antigonee, die wir dann auch bei Ovid kennenlernen.

00:50:59: Nee, bei Sophocles.

00:51:00: Ovid sind Metamorphosen.

00:51:02: Ja ne es vollkommen richtig wird heute nicht mehr.

00:51:05: Um noch den Schwenk zu bringen... Die Geschichte von Oedipus gilt als das erste analytische Drama, bei dem sich erst im Verlauf herausstellt was eigentlich wirklich passiert ist.

00:51:18: Und jetzt kommt das Geniale finde ich von Heinrich von Kleist.

00:51:21: er baut es ja genauso auf.

00:51:23: auch wir erfahren erst im verlauf und vor allem gegen Ende was wirklich geschehen ist.

00:51:30: davor ist alles so in einem halb dunkel und wir folgen zwar der handlung aber erst im verlauf.

00:51:37: durch diese Gerichtsverhandlung, durch die Verhöre wird klar ach das war ja alles eigentlich ganz anders und der zerbrochene Krug ist eigentlich bloß Mittel zum Zweck wo man eigentlich hin möchte.

00:51:49: Ich hätte noch als Thema dieses Buches ihr hattet das mit der Gerichtbarkeit schon angedeutet ich möchte es aber auch in den Autor also in das Werk des Autors einbetten denn das Werk erscheint Es ist schon ein bisschen früher geschrieben.

00:52:10: Ja, achtzehnhundertacht erscheint auch Michael Kohlhaas.

00:52:15: Beide Stücke befassen sich mit der Justiz und dem Einzelnen, der eben diese Fänge gerät.

00:52:24: Denn jetzt gebe ich zu es ist ein bisschen spekulativ oder ein bisschen gewagt, sagen wir so Wo der zerbrochene Krug als Lustspiel positiv endet mit der Aufklärung von allem Michael Kohlhaas quasi das Drama dazu, wo es auf die Spitze getrieben wird.

00:52:47: Dieser Wunsch nach Gerechtigkeit und dort im Drama endet nur kurz da die Grundhandlung von Michael Kohlhas.

00:52:57: Michael KOHLHAAS gibt seine seine Pferde wegen einer Reise bei jemandem ab Und als er zurückkehrt sind die Pferden zerschunden und er möchte eine Art Wiedergutmachung dafür Erhält sie nicht begibt sich in die Fänge der just Tietz und als die nicht so entscheiden, wie er sich das wünschte.

00:53:16: Die ganze Sache selbst in die Hand und begeht Selbstjustiz.

00:53:19: Das ist jetzt wirklich nur ganz kurz zusammengefasst aber was wir darauf ableiten können es Kleist der ja selbst Staatsbeamter werden wollte hatte sich deutlich mit dem Thema der Juristerei auseinandergesetzt.

00:53:34: Was ist Gerechtigkeit?

00:53:36: Wie kann ein Staat die schaffen?

00:53:37: Jetzt nicht auf einer analytischen Ebene Aber in der philosophisch menschlichen Ebene?

00:53:44: Und der zerbrochene Krug ist quasi wirklich die Vorgeschichte des Michael Kohlhass, denn dort hat er es eben noch ein Stück weitergezogen.

00:53:52: Moment moment, da muss ich kurz dazwischen.

00:53:55: Michael Kohlhass basiert aber in großen Teilen mit künstlerischer Bearbeitung natürlich durch Kleist, aber als Boot um großen Teil auch wahren Begegenheiten und Original.

00:54:05: Kohlhast ist halt hingerichtet worden in Berlin, glaube ich sogar.

00:54:09: Aber Alex man sucht sich ja seine Stoffe aus nach dem was einen beschäftigt und der hätte auch eine andere Geschichte nehmen können.

00:54:17: es gab ja genug dieser Zeit er hätte auch den Faust schreiben können hat aber nicht.

00:54:21: na aber du hast natürlich rechtes beruht auf einer wahren Begebenheit die er darin bearbeitet.

00:54:27: und das spannende ist unsere geschichte spielt ja nun in den niederlanden Denn Kohlhals war in Kohlhaus.

00:54:33: Gleist war sich sehr bewusst, wenn er allzu sehr die preußische Justiz kritisieren würde gäbe es durchaus auch Ärger.

00:54:44: Die Zensur ist schon da zumindest in gewissen Maßen wird noch schlimmer dann.

00:54:48: Ach wer sich im neunzehnten Jahrhundert auskennt harzbatter Beschlüsse und ähnliches.

00:54:54: also die zensur wird krasser.

00:54:56: aber In dem er essen nach in den niederlande verlegt, macht er sich natürlich in gewisser Weise unantastbar weil nirgendwo irgendwas über Preußen hier steht und Kritik an Präusen.

00:55:09: die Niederlande sind sehr weit weg.

00:55:13: Das halte ich für eine sehr kluge Idee, die er dort gewählt hat.

00:55:19: Er hält es ja auch bewusst oberflächlich.

00:55:21: Definitiv!

00:55:22: Also

00:55:23: diese ganze Frage nach der Gerechtigkeit also das merkt man wirklich dieser Zusammenhang mit Michael Kohl Grundfrage dient dort beschäftigt, nämlich was ist Gerechtigkeit und wie funktioniert Gerechtigkeit?

00:55:35: Und wie schlägt sich in so einem Justizsystem Korruptionen und Willkürn nieder?

00:55:42: das Beschäftigten ja in beiden Fällen.

00:55:45: Das sind jetzt zentrale Elemente.

00:55:47: Der Gerichtsrat Walter hingegen repräsentiert ein bisschen zu dieser Hoffnung auf eine gerechtere Ordnung aber – und das zeigt es auch mal wieder am Ende lässt der ihn, also lässt er ja Adam entkommen.

00:56:01: Das heißt diese Hoffnung auf eine gerechtere Ordnung wird immer noch enttäuscht.

00:56:07: Auch wenn im Einzelfleisch es vielleicht gut läuft aber trotzdem im Großen und ganz im Strukturellen wird man enttäuscht von die Juristerei.

00:56:16: Genau genau!

00:56:17: Und das vor allen Dingen wie leicht ist in so einem System?

00:56:23: In diesem System der Macht von dieser Macht korrumpiert zu werden?

00:56:27: Und das führt dann relativ schnell zu Ungerechtigkeiten, eben in der Hinsicht dass der Richter selber von seiner Macht so Gebrauch macht, dass er nicht nur selber ein Verbrechen begeht sondern auch da noch seine Machtausnutzung davon.

00:56:44: Nicht überführt zu werden.

00:56:46: Also dieses Spiel zwischen Wahrheit und Lüge zieht sich halt durch das gesamte

00:56:49: Stück.

00:56:51: Thematisch hätte ich jetzt noch eins nämlich das Genre.

00:56:56: In der Vorrede spricht er selbst davon, dass es sich hier um ein Lustspiel handelt.

00:57:00: Auch das ist aus meiner Sicht eine sehr gute Variante, um sich der Zensur zu entziehen hat das als bloß Spaß.

00:57:08: aber wie jeder Spaß steckt eben auch ein kleines oder häufig auch größeres Körnchen Wahrheit darin.

00:57:16: und wenn gleich eher verschiedene Handwerkskniffe des Lustspiels hier auftauchen lässt also Ein Richter, also erst Lustspiel heißt einfache Bevölkerung kein Adel.

00:57:31: Das ist schon mal eine ganz zentrale Sache.

00:57:33: Im Drama haben wir adelige Figuren die handeln und die die großen Fragen behandeln.

00:57:38: im lustspiel das ist alles leichter Und am Ende gibt es ne Lösung.

00:57:44: Alex

00:57:46: Ich würde das mal falls du jetzt ich hoffe Du kommst nicht drauf ich habe auch erstmal schauen müssen was ein lustspielt eigentlich ist und Philipp hat ja auch gesagt oder wir haben das ja so nen nümen benutzt als komödie.

00:57:56: Es ist aber letztendlich nur eine Form der Komödie, beziehungsweise die Komödi ist eine Form des Lustspiels.

00:58:01: Also ein Lustspiel ist ein heiteres Theater-Stück geprägt durch komische Situationen und Charaktere.

00:58:09: Es hat meist einen Happy End.

00:58:12: Ja

00:58:14: es ist aber vielleicht in Abgrenzung zu der in Anführungszeichen normalen Komöde.

00:58:18: Es ist viel stärker durch Derbepassagen geprägt.

00:58:23: Das sind wir auch wieder vielleicht bei dem, für das in Anfangszeichen einfache Volk.

00:58:27: Ohne oder dass das jetzt böse gemeint ist

00:58:30: und es ist

00:58:31: als Meta-Ebene würde man heute sagen immer eine Mischung aus Vergnügen und moralischer Belehrungen für das Publikum gegeben.

00:58:42: Und genau da würde ich ansetzen weil ich nämlich meine These... ...das ist nur handwerklichen Lustspiel Weil eben genau wie du es gesagt hast, wir haben den derben Humor.

00:58:56: Wir haben die töpelhaften Personen und die Debatten, die ganz schnell Schuss gegen Schuss verfahren.

00:59:02: Einfach witzig sind?

00:59:04: Das ist alles da!

00:59:04: Bin ich völlig bei dir, es gibt ein Happy End.

00:59:07: aber wie Philipp gerade schon anmerkte... Es ist kein richtiges Happy end Denn Der Richter Adam wird nicht geschnappt.

00:59:16: das heißt wir haben also doch zumindest ein Geschmäckle.

00:59:18: was bleibt plus es heißt nicht grundlos analytisches Drama Die Tragik ist ja eigentlich da.

00:59:28: Plus das was eigentlich aufgelöst werden soll, der titelgebende zerbrochene Krug wird nicht ersetzt.

00:59:38: Der ist nun mal hin!

00:59:40: Was ich sagen möchte ist um sich selbst abzusichern und auch ein gewisses Publikum zu bekommen hat Kleist aus meiner Sicht wirklich am Beak gehandelt indem er Versatzstücke eines Dramas drin hat, eines Lustspiels einer Komödie.

01:00:00: Aber eigentlich auch eine Satire im heutigen Sinne die nämlich deutlich kritik übt an den Strukturen an der Willkür dies gibt ohne dabei sich angreifbar zu machen und ich glaube das ist in der Bevölkerung Die das Stück ja dann in den späteren dann kommt das immer besser rüber.

01:00:29: Man kann sich über etwas amüsieren, wenn es entweder der Vergangenheit angehört, die Gerichte werden dann professioneller und diese Willkür-Sachen sind nicht mehr so da.

01:00:40: Dann kann man natürlich eher drüber lachen als wenn man sagt ja zu einem habe ich zu Hause in meinem Dorf was auch den Erfolg in der späteren Zeit erklären würde zum einen und zum anderen.

01:00:57: Er darf nicht zu scharf draufgehen, sonst schafft er das genaue Gegenteil von dem was erreichen möchte.

01:01:05: Es gibt ein schönes Buch das heißt auf leisen Schuhen ins Gehirn, wo man über Metaphern spricht und genau das passiert ja auch.

01:01:14: diese Ungerechtigkeit die ich eigentlich strukturell ist weil jeder einen solchen Richter kennt Und auch das kommt im Buch vor.

01:01:22: Ein anderer Richter der schon vorteilt wurde vor dessen Schicksal sich Adam ja fürchtet Das heißt, das zieht eigentlich die gesamten Niederlande.

01:01:31: Der auch nicht davor zurückschreckt betrügerig zu handeln indem er diesen Soldatenbrief fälscht also diesen Einzugsbefehl All dass ist eigentlich Stoff für ein Drama Für viel größeres für ein viel strukturelleres Thema.

01:01:50: Aber das macht er nicht.

01:01:50: und gerade jetzt wieder kleist lässt sich in der Literatur Literatur historische Epoche nicht einordnen.

01:02:00: Der hat Züge von ganz vielen verschiedenen Sachen und hier wird das deutlich, gerade durch dieses ambige Verhältnis zu seinem Genre, zu seinem Stoff und zu dem was er eigentlich aufmacht zeigt sich dass er da völlig zwischen den Stühlen sitzt.

01:02:16: und gerade das... Und das ist jetzt mein letzter Satz Das macht das Buch so faszinierend Völlig aus der Zeit gefallen, zumindest aus der damaligen Zeit gefallen.

01:02:29: Amen!

01:02:31: Ich hoffe ich habe es nicht übertrieben jetzt.

01:02:34: Nee dem kann ich genauso zustimmen.

01:02:37: also Du hast das ja gerade mit erwähnt dass es eben nicht zufriedenstellend aufgelöst wird.

01:02:45: und da kommt ja auch noch dieses zentrale Element der Schuld und Sühne mit womit man wieder beim Bibelischen werden zur Tage oder trittet mit zur Tage.

01:02:55: Er sagt letztendlich damit ja, dass in diesen korrupten Gesellschaften, in diesem korruptenen System

01:03:00: die eigentlich schuldigen.

01:03:03: Auch wenn es vielleicht ein happy end gibt zwischen in dem Fall den beiden liebenden, die ja wieder zusammenkommen und alles gut aber die eigentlich Schuldigen kommen häufig ungeschraft davon.

01:03:11: Die verlieren zwar vielleicht ein bisschen was.

01:03:13: also wir hatten ja vorhin darüber gesprochen der Richter Adam

01:03:16: hat

01:03:16: seine eigene Vertreibung aus dem Paradies, er bleibt nicht in Amt und Würden und kann diese ganzen Vorteile des Richteramtes weiterhin genießen.

01:03:24: Sondern er muss dann auch die Stadt verlassen oder das Dorf verlassen aber eigentlich eine richtige Strafe widerfährt ihm nicht.

01:03:34: Aber vielleicht sorgt gerade das dazu was Max ja sagte dass es Das wurde ja als das Uhr aufgeführt, in den ersten Jahren nicht wirklich breit rezipiert und der Ruhm dieses Stückes kamen ja erst viele Jahre später.

01:03:52: Du hast, glaube ich gesagt bezeitlichen Abstand und das passt eigentlich ganz gut.

01:03:55: Weil wenn wir jetzt einfach mal vierzig, fünfzig, sechszig Jahre in die Zukunft gehen nach diesem Stück quasi haben wir ja schon wieder eine komplett andere Gesellschaftsstruktur.

01:04:03: Wir sind dann mittendrin wirklich in der Industrialisierung Deutschlands.

01:04:06: Wir haben eine Hausbildung eines Bürgertums.

01:04:08: Wir habe einer ganz neuartige Arbeiterklasse von der es einige geschafft haben auch zu finanziellen Wohlstand zu kommen.

01:04:16: Dieses Theaterstück natürlich auch eine wunderbare Möglichkeit, nochmal zurück in die Vergangenheit zu gucken.

01:04:21: In die Zeit alles schlechter war und fast schon archaische Zeit, wenn man so möchte.

01:04:28: Ich kann mir gut vorstellen dass das vielleicht auch ein bisschen dazu beigetragen hat wie Max eben sagt dieser zeitliche Abstand.

01:04:34: Weil ich glaube diese Gesellschaft Formen, sechzig Jahre später lässt sich kaum noch groß vergleichen mit der Zeit

01:04:41: als dieses

01:04:41: Strück geschrieben wurde bzw.

01:04:43: Die Zeit in der das Stück eigentlich spielt.

01:04:46: Ja,

01:04:49: ich glaube ein Kleist.

01:04:50: Sechzig Jahre später hätte dieses Stück so nicht mehr schreiben können weil das hatte dann vielleicht auch keinen Sinn mehr gemacht.

01:04:56: Gut möglich ja und damit würde ich sagen kommen wir zum siebten Punkt nämlich der Sprache und dem Stil dieses Stückes.

01:05:06: da hattest du Alex darum gebeten dass wir das nochmal explizit mit aufhören.

01:05:11: Wir hatten es ja am Anfang schon ganz kurz thematisiert als wir zum Blankvers kamen.

01:05:16: was hast Du dort

01:05:17: noch im Zettelstück?

01:05:18: Ich musste tatsächlich, auch nur weil ich es gelesen habe und ich wollte da gerne mit euch drüber sprechen, nutze der hier eine ganze Vielzahl an Stilmitteln in diesem Büchlein.

01:05:30: Also dieses typische was man in den Gedichten also in der Lyrik wiederfindet aber auch sind durch Alliteration aufgefallen.

01:05:41: Gibt's wohl einer eine Vielzahl voll?

01:05:44: Tatsächlich nicht.

01:05:45: Also wir sind mir nicht aufgefallen, ich mag sein dass es sie gibt aber geschwetzt

01:05:49: gehauen und nicht gestochen zum beispiel

01:05:52: Ja

01:05:53: Oder wie als Beispiel hier genannt.

01:05:55: also mir ist das tatsächlich auch nicht aufgefallen weil ihr achtet immer auf sowas Überhaupt sprachlich ist auch so eine suche punkt.

01:06:03: ihr hattet ganz am anfang gesagt ihr hättet problem gehabt In diesen text hinein zu kommen.

01:06:07: zwar arbeit am anfangen und das ist ja auch so was erfahrt Kleist hat hier in diesem Stück die Sätze regelrecht verdreht.

01:06:17: Also das ist ja noch nicht mal zeitgenössische Sprache, der er hier groß benutzt.

01:06:21: Es ist wirklich ein... Kauderwelt schört sich jetzt böse an aber es ist sicherlich keine Sprache wie es sie in der Wirklichkeit geben hat so wie die Leute dort sprechen.

01:06:33: Wisst ihr was ich meine?

01:06:35: Grundsätzlich Ja Aber es ist immer noch eben die verkünstelte Form eines Theatersstücks in Fersen Und natürlich ist es ein Kunstwerk.

01:06:45: Das heißt, die normale Alltagssprache kannte man ja aber spürbar wird das.

01:06:51: also.

01:06:51: ich finde vor allem im Kontrast wird das deutlich als dieser doch recht der flotte Dialog zwischen Adam und Licht beendet ist und dann der Im vierten Auftritt der Gerichtsrat hinzutritt dann werden die Ausführungen viel länger.

01:07:09: da sieht man schon im Schriftbild die wirklich lange Ausführungen und lange Einzelreden haben.

01:07:18: Und dann auch viel eindeutiger sprechen.

01:07:22: Während die Bäuerlichen eher eine, ich sag jetzt einfachere Sprache, eine bildhaftere Sprach, eine erklärendere Spracher haben sind die anderen eher im Stile höher angesiedelt als das eben bei den einfachen Leuten der Fall ist.

01:07:41: plus Die haben auch ihre eigenen Eigenschaften, beispielsweise wenn die Motor dort ewig und es kam mir auch beim Lesen ewig vor.

01:07:54: Ewig über diesen Krug schwattroniert und man denkt jetzt komm doch bitte zu Potte was aber natürlich auch ein Stilmittel ist.

01:08:02: völlig nachvollziehbar und ich konnte das schon wertschätzen.

01:08:08: Aber wie soll ich's ausdrücken?

01:08:11: Natürlich ist die Sprache komisch Aber das soll sie ja sein, die Säue herausstechen und der Witz

01:08:17: ist.

01:08:17: Und dass es eigentlich die größte Leistung, das hat man vorhin schon, dass ganz viel eigentlich schon vorweggenommen wird... ...und man merkt das am Anfang gar nicht!

01:08:23: Man isst am Anfang wenn man das erste Mal liest erst mal über Tölpe von Vertretendie hier eigentlich die ganze Zeit und stellt dann, wenn man sich erinnert oder es nochmal liest fest ach das war ja alles schon hier.

01:08:37: ich gebe auch zu, dass der Adam Svar habe ich relativ schnell gewusst.

01:08:44: Also ich habe nicht hinten drauf gelesen, das muss ich fairerweise sagen.

01:08:46: Ich hab gerade festgestellt, hinten drauf steht schon wer es war.

01:08:47: Das wäre echt gemein gewesen!

01:08:49: Ich wollte nicht gespoilert sein weil das alles quasi schon angelegt ist.

01:08:54: Ähm...ich würde auch sagen also wir haben's ja eigentlich mit drei verschiedenen Sprachstilen in diesem Buch

01:08:58: zu tun.

01:08:59: Ich würd jetzt einfach mal soweit gehen nämlich den

01:09:02: Bauernsprech

01:09:05: Ja?

01:09:05: Wir haben den Kanzlei-Stil aber wir haben auch dieses sachliche grade von der Person Walter.

01:09:13: Also jetzt nicht unbedingt dieses Richter-Sprecher, aber er hat einen sehr... Ich glaube erst der, der am klarsten spricht.

01:09:20: Der das reinste deutschen Anführungszeichen spricht während man den Can Slice, die du anmerkst wenn wir ein Licht und Adam sprechen Aber natürlich auch die Bauern, wenn

01:09:28: sie mit ihrem

01:09:29: platten Attitüden daherkommen Was übrigens sehr lustig ist also vor allem dieses ihr krugzertrümmendes Gesindel Sehr, sehr schöne Wortschöpfung.

01:09:43: Aber ich muss jetzt noch... Ich muss jetzt mal auf Topik lieber Max nochmal auf dich eingehen weil du sagtest, du hast recht früh gewusst dass Adam der Übeltäter ist.

01:09:53: und kleist gelingt hier etwas was ich bisher eigentlich aus der Filmtheorie kannte nämlich den berühmten Nagel.

01:10:03: Der ist relativ früh im Buch gesetzt nämlich also jetzt hier konkret.

01:10:08: Jetzt müsste man zählen können.

01:10:10: Es ist nicht dreihundert achtzig, es ist neunundsiebzig Dreihundert Acht und siebzig Zeile dreihundert achten Siebzig Ein.

01:10:18: kurz zuvor hat Adam den Gerichtsrat offenbart dass er aktuell keine Perücke besitzt oder dem entsprechend Kalköpfig wie er es nennt das gericht führen muss.

01:10:30: Und übrigens habe ich hier auch noch mal geschaut.

01:10:31: die perücke ist nämlich ein.

01:10:34: Jetzt müssen wir wieder mal einen historischen Kontext abreißen.

01:10:36: Die Perücke ist nämlich ein sehr wichtiges Symbol hier auch bei Kleist.

01:10:40: Es zeigt natürlich den sozialen Status an und die Perücke etwas, was aus dem Adel kommt Und später vom Bürgertum übernommen wurde.

01:10:49: Das Richteramt oder im Richter Amt lässt sich zumindest für England Festland Europa habe ich leider nichts drüber gefunden aber ab dem siebzehnten Jahrhundert lässt sich das in Großbrit oder England finden Und es diete dort vor nämlich der Anulibität des Richters und den Schutz des Richter vor dem Angeklagten, damit er zum Beispiel später auf der Straße nicht wiedererkannt würde.

01:11:14: Es ist aber auch eine Form der Entpersonalisierung an dem du nämlich das Aussehen des Menschen änderst.

01:11:20: quasi nimmst du ihm diese Person die ja normalerweise darstellt.

01:11:27: Es wurde dann mehr und mehr Tradition, deswegen tragen die Richter bis heute in Großbritannien per Rücke.

01:11:33: Aber es wurde auch zum Symbol des Berufsstandes.

01:11:37: Und da sind wir Anfang des neunzehnten Jahrhunderts also Ende der frühen Neuzeit, Mitte der Frühe Neu-Zeit.

01:11:45: Wir reden ja von einer Zeit

01:11:48: unfassbareren

01:11:49: Konzepter.

01:11:52: Also ein Mensch wusste, wie er aufzutreten hat in Gesellschaft und hätte Teufel getan irgendwie anders aufzuttreten.

01:12:00: Man kann sich das gar nicht vorstellen.

01:12:01: Das ist dann etwa so als würdest du heute zu irgendeinem Vorstandsvorsitzenden der irgendwo eine Live-Schalte mit seinen Kunden hat den wirst Du niemals in einer Jogginghose erwischen.

01:12:11: Der wird niemals an der Joggingshose vor die Kamera treten.

01:12:13: Die Frage ist warum?

01:12:14: Es ändert ja nichts an seiner Kompetenz!

01:12:16: Die Antwort ist weil man es

01:12:18: nicht

01:12:19: macht.

01:12:20: Das sind R-Konzepte und die frühen Neuzeit war geprägt, das komplette soziale Leben war von solchen Ehrenkonzepten durchdrungen.

01:12:28: Und hier sind wir eben bei der Perücke und deswegen ist Walter auch so unglaublich erstauntkalköpfig einen Griechtstag halten!

01:12:36: Und Adam sagt dann eben auf Zeile dreihundert achten siebzig Ja

01:12:42: ich

01:12:42: ohne die Perücke Beistand um mein Richteransehen auch verlegen bin.

01:12:48: Und dieses Richter ansehen ist da ja aufgrund der Perücke am Ende des Buches

01:12:52: los.

01:12:55: Also,

01:12:55: ja...

01:12:56: Noch eine kleine Ergänzung noch vornehmen?

01:12:59: So recht du hast!

01:13:00: Ich könnte mir auch vorstellen bevor die Gerichte in bürgerliche Hand gerieten also dass auch ein nichtartiger Richter werden konnte.

01:13:11: hat das gemeinhin der Landesherr oder der Bauernherr der Artige vor Ort hat ja die Gerichtsbarkeit selbst vollzogen.

01:13:22: Und wie wir wissen, auch die trugen, siebzehnte Jahrhundert denkt an Ludwig XIV, trugen ja Perücken.

01:13:28: und um eben den Übergang... Ja es ist zwar jetzt nicht mehr ein Art Liga der das macht aber die Perücke hat er noch.

01:13:36: Das könnte ich mir zumindest vorstellen und das erscheint mir auch naheliegend dass man diesen Übergangs so vereinfacht

01:13:42: hat.

01:13:43: Genau, das war ja doch ein Relikt der feudal Herrschaften letztendlich.

01:13:46: Die Gerichtsparkeit des Fürsten.

01:13:50: Damit hätten wir auch Sprache und Stil.

01:13:56: Fertig, dann kommen wir zum vorletzten Punkt nämlich den möglichen Prüfungsaufgaben.

01:14:01: Habt ihr welche gefunden?

01:14:03: Habt euch welche ausgedacht?

01:14:05: Ja eine habe ich auf die bin ich tatsächlich sogar stolz weil die also an der Oberschule würde dir auf jeden Fall gehen.

01:14:15: Ich glaube aber am Abitur wenn man es groß genug aufzieht auch Formulieren Sie einen inneren Monolog aus der Sicht Efchens, während sie auf Ihre Vernehmung wartet.

01:14:28: Gedanken, Sorgen, Vorstellungen von der Welt!

01:14:32: Weil du dort ja sowohl die Menschen, die die Prüfungsaufgabe bearbeiten müssen, müssen die gesamte Handlung im Kopf haben, denn Efchen weiß was passiert ist.

01:14:44: Sie weiß warum das passiert ist?

01:14:47: Sie ist aber gleichzeitig auch enttäuscht von Ihrem Rupprecht weil der ihr eben nicht vertraut, obwohl sie das alles auf sich nimmt und sie sogar beleidigt.

01:14:55: Diese hat aber auch die Nöte dass ich so ihrer Mutter ja nicht sagen kann.

01:15:01: also an Evchen und ihrem inneren Monologi kann man sehr gut nachvollziehen ob jemand das Stück vollständig verstanden hat oder eben nicht.

01:15:12: deswegen finde ich die Idee mit einem inneren monolog von Evchen ziemlich cool Ja?

01:15:19: Das stimmt.

01:15:22: Ansonsten klassisch.

01:15:23: Figurencharakteristiken von Licht oder Adam wären interessant.

01:15:32: Klassisch, ich werde jetzt auch sowas wie eine Zehninterpretation.

01:15:36: also du kriegst ne Szene und solltest die interpretieren und in den Gesamtkontext einordnen.

01:15:41: Ja gut mach.

01:15:43: Spannender finde ich dann schon wieder einen Sachtext dazu zu bekommen indem man überlegt okay passt das zum zu den juristischen Vorstellungen der Menschen, was sind Gerechtigkeitskonzepte die man an dem Text abarbeiten kann?

01:16:00: Das wären jetzt meine ersten Ideen.

01:16:06: Also ich hatte in Kombination mit einem Sachtext noch Kleis bezeichnet sein Stück als Lustspiel.

01:16:10: untersuchen sie inwiefern da zerbrochene Krug den Konventionen der Komödie entspricht oder sie unterläuft und da könnte man auch ein Sachtex zur Komöde mit dazu geben.

01:16:20: Also beschreiben Sie klassische Merkmale, man könnte es noch in A und B oder C unterteilen.

01:16:24: Beschreiben Sie klassische Merkmalen der Komödie unter anderem glückliche Lösungen Lacher für Figuren, soziale Reintegration usw.

01:16:30: Und prüfen sie welche davon im Stück erfüllt sind?

01:16:33: Ich würde das als Erörterung formulieren.

01:16:35: Erörtern Sie mithilfe des Sachkekses... Das

01:16:38: habe ich bei C, ne?

01:16:39: Erördern Sie ob das Stück eher dem Lustspiel oder der Tragi-Komödie zuzuordnen ist.

01:16:43: beziehen Sie gattungstheorische Erkenntnisse und Ihre Argumentation mit rein.

01:16:46: Ja

01:16:47: gut!

01:16:47: Bei diesen gattungstheoretischen Erkenntnissen würde ich dann sozusagen den Sachtext mit dazugeben, weil das ist glaube ich zu viel verlangt dass die das auch noch mit komplett im Kopf

01:16:55: haben.

01:16:58: Ja Alex hast du einen?

01:17:00: Ich habe noch einen.

01:17:01: Also schlimmer noch als bei der letzten Folge, ich wüsste ja überhaupt nicht wie ich hier eine vernünftige Frage formulieren sollte.

01:17:08: Das überlasse ich wirklich euch beiden Experten an deren Hinsicht.

01:17:10: Aber was hielt sie denn von meinem tollen inneren Monolog?

01:17:13: und ich hab dir jetzt quasi schon suggeriert was deine Antwort sein muss.

01:17:18: Es sitzt immer wieder mit seinem inneren monolog.

01:17:22: Ich wollte es gerade sagen, du hast beim letzten Mal auch schon die Idee des inneren Monologes gebracht.

01:17:27: Aber ich geb dir das nicht.

01:17:30: Du kannst halt dann sehen, kann jemand sich in die Figur hineinversetzen?

01:17:34: Das wollte ich gerade sagen!

01:17:35: Ich gebe dir Erfolg um euch.

01:17:35: Das ist vielleicht wirklich eine sehr gute Übung, sich da mal von außen in eine Figur hinein zu versetzen.

01:17:41: und ja, wenn das strengend ist, wann das Sinn macht, dann kannst du davon ausgehen dass der Schüler hat die Schülerin, vielleicht dich das Werk verstanden hat aber Zumindest wichtige Aspekte.

01:17:53: Da bin ich vollkommen bei dir!

01:17:59: Ich habe noch meine neue Frage, die ich wahrscheinlich eher auf der Kippitzer zu hohen Komplexität sehe.

01:18:06: Erörtern Sie in einem literarischen Essay die These?

01:18:09: In der zerbrochene Krug ist Sprache kein Mittel zur Wahrheitsfindung sondern ein Instrument zur Verschleierung und Machtausübung Und das unterteilt den A und B. Belegen Sie die These anhand konkreter Textstellen, welche rhetorischen Strategien nutzt Adam um die Wahrheit zu verbergen?

01:18:28: und B?

01:18:29: untersuchen sie demgegenüber welche Figuren auf Sprache als Mittel zur Wahrheit setzen und ob ihnen das

01:18:34: gelingt.

01:18:37: Ist halt nur eine Arbeit am Text und setzt die Sprache ins Zentrum der Überlegung erfordert aber ein handwerkliches Geschick.

01:18:50: also Deutschleistungskurs wahrscheinlich.

01:18:51: Ja, ich glaube dafür hast du nicht genug Zeit die ganzen Sachen rauszusuchen und daraus noch einen ordentlichen Text zu machen.

01:18:56: Du brauchst ja viele Zitate!

01:18:58: Also ich hätte gesagt das ist ja leistungsgroß wenn sie es böse meinen und nicht so viel Abiturienten wollen.

01:19:04: aber ansonsten glaub' ich fast dass es ein Schnuff zur Hart wäre.

01:19:08: jetzt so meine... Ja deswegen

01:19:09: habe ich auch gesagt.

01:19:11: Ist an der Grenze zum zu hart?

01:19:13: Ich fand die aber irgendwie cool.

01:19:15: Die ist auch cool.

01:19:16: Diese Mischung zwischen Was ist das, was dient denn die Sprache hier?

01:19:22: Und wir haben ja diese Gegensetzlichkeit.

01:19:24: Dass es Figuren gibt, die diese Sprache ganz klar nutzen um zu versuchen die Wahrheit darauszubekommen nämlich zum Beispiel Licht oder Walter auch.

01:19:31: Walter bis zumindest ein Grad der kippt dann irgendwann während Adam die Sprach einsetzt um immer wieder Zu verschleiern abzulenken und das finde ich spannend.

01:19:41: Dann würde ich sagen Wir sind bei knapp eine Stunde dreißig wir kommen dem ende entgegen Eure Abschluss.

01:19:52: Alex darf

01:19:52: diesmal anfangen?

01:19:53: Ich darf!

01:19:54: Okay, ich fange mal an mit dem Anfang... ...ich wollte noch zwei drei Sachen zu einer eigentlich nur eine Sache zur Vorrede sagen.

01:20:03: Vorher hat sich das nicht so richtig ergeben aber danach was jetzt im Schluss baut der erste Satz.. ..Ich fand ihn unfassbar witzig und zwar ja sagt er diesem Lustspiel liegt wahrscheinlich ein historisches Faktum darüber ich jedoch keine nähere Auskunft habe auffinden können zugrunde.

01:20:20: Gut, wir haben gesagt er schreibt das vielleicht so um sich da ein bisschen unverfänglicher machen gegenüber der preußischen Justiz.

01:20:25: Man weiß ja auch dass er das Ganze irgendwo auf einem Bild gesehen hat dieses Motiv und die Geschichte gewissermaßen sich dort ersponnen hat bzw.

01:20:32: Die Geschichte den Bild auch zugrunde liegt.

01:20:34: Ich musste aber bei diesem Satz Liegt wahrscheinlich ein historisches Faktum worüber ich jedoch keine nähere Auskunft habe auffinden können an die Simpsons denken Und zwar an eine Halloween-Folge, in der Lennartnie Moye glaube ich oder bildet mir ein folgendes gesagt hat die Folgen den Geschichten sind wahr und mit Wahr meine ich erlogen.

01:20:59: Das fand ich großartig.

01:21:01: also ich weiß das hat natürlich dass einer hat nichts mit dem anderen zu tun aber Ich musste lachen, als ich diesen Satz gelesen habe weil mir eben die Simpsons einfielen.

01:21:09: Ich finde das auch großartig von einem Autor nach dem Motto ja wahrscheinlich ist es wahr, ich weiß es aber nicht

01:21:15: etc.,

01:21:16: etc.

01:21:17: Das wollte ich bloß wirklich nochmal ganz ganz groß und lohmend erwähnen.

01:21:21: So meine Einschätzung!

01:21:24: Ich bin ganz ehrlich.

01:21:25: Gott sei Dank gab es in diesem Buch den einen oder anderen Geschichtsbezug weil ich glaube sonst hätte ich in dieser Folge bedeutend weniger gesagt.

01:21:34: Es ist

01:21:34: einfach nicht meins.

01:21:36: Es ist nicht meine Literatur, es ist nicht mein Thema.

01:21:41: Ich weiß überhaupt nicht so richtig was ich zu diesem Buch sagen soll.

01:21:43: ja es ist lustig Aber ein Dürrenmat ist lustiger.

01:21:48: Das würde ich jetzt einmal mal so stehen lassen wollen.

01:21:50: an dieser Stelle bezog aufs Theater Ja aber ganz im Ernst Ich weiß wirklich nicht was ich aus diesem buch mitnehmen soll.

01:21:57: also dieses buch gibt mir nichts.

01:21:58: es gibt ja jetzt nicht groß Zitale die jetzt ich in Ewigkeiten irgendwie im Kopf behalte, die Geschichte als solche ist mir viel zu lappi da.

01:22:10: Ich kann anerkennen dass er gerade in Bezug auf die Anführungszeichen richtigen Klassiker und das ist jetzt wirklich nicht negativ werdend gemeint also Schiller, Lessing, Goethe und ich muss den ganzen Blödsinn damals lesen.

01:22:23: Ich hätte vielleicht eher Kleist lieber gelesen als die anderen grad eben genannten.

01:22:28: aber nichtsdestotrotz es ist nicht meins Das ist so richtig warm, werde ich mit dieser Art der Literatur beziehungsweise diese Art des Schreibens nicht wirklich.

01:22:38: Ich weiß, der Max wird mir gleich hier ganz vehement widersprechen und mir tausend Sachen nennen warum dieses Buch so unglaublich wichtig ist.

01:22:46: Ich will auch gar nicht böse über diesen Buch sprechen.

01:22:48: es ist halt einfach nicht mein Lustgewinn an diesem Werk.

01:22:53: Wie viele paar Rücken kippst du?

01:22:56: Das ist jetzt natürlich das ganze Unfaire Ich weiß es nicht.

01:23:01: Ich möchte hier... Das

01:23:02: ist eine subjektive Bewertung, immer!

01:23:05: Aber sowas von.

01:23:06: aber ich will jetzt auch dem Auto gar nichts zu nahe treten weil es ist ja kein

01:23:09: schlechtes

01:23:10: Buch Ja, aber ich würde den Fans dieses Autoren

01:23:13: nicht nahe treffen.

01:23:14: Die bewertest du ja auch nicht.

01:23:18: Wer hat mal gesagt, eins ist das was gar nicht geht, zehn ist dass wir der einsame Insel und die fünf ist das, was du liest und wieder vergisst.

01:23:25: Das tut mir leid, aber das ist dieses Buch.

01:23:28: Das sind fünf Sterner

01:23:30: Okay.

01:23:33: Ich würde mich ja anschließen und Max, du machst dann den Gründenabschluss?

01:23:36: Alex, Goethe gibt dir recht!

01:23:38: Zumindest ins Enteilen... Er hat achtzehundertsieben kritisiert das der zerbrochen Krug dem unsichtbaren Theater angehört wurde.

01:23:46: Und das ist doch das Schlimme.

01:23:47: ich habe Goethen nicht mit Freude gelesen und es gibt er mir

01:23:50: recht?!

01:23:51: Ja!

01:23:51: Nein!

01:23:52: Weil er sagt genau wie du gerade eben diesem Stück fehlt es an Handlung die eine Bezeichnung also die dies als Bezeichnungen verdient.

01:24:01: Also da gibt es keine Handlung, also was machen wir hier?

01:24:05: Gut.

01:24:06: Abseits von Goethe Ich kann deine Kritikpunkte vollkommen nachvollziehen.

01:24:10: Mir ging's aus anderen Gründen ähnlich Denn ich kam nicht in dieses Buch wirklich rein Und habe deswegen sehr schwer Zugang dazu gefunden Hab jetzt durch das Gespräch mit euch nochmal deutlich besser und doch hätte ich länger darüber nachdenken können.

01:24:29: und es ist wieder so ein Stück dessen Wert ich schätzen kann.

01:24:37: Und zwar sowohl in Bezug auf die deutsche Literaturgeschichte, was es für einen Wert dafür hat also das Kleist seinerzeit weit voraus zu sein.

01:24:46: Schien abstehenden konnte man das jetzt an dem Stück nicht ganz klar deuten da es eben diese zwei möglichen Appartitionen gibt aber auch Wie geschickt er das Ganze konstruiert?

01:24:58: Ich musste zwischendrin mal ein bisschen an Shakespeare denken, der ja es auch geschafft hat in seinen Stücken die Gegenwart zu kritisieren indem er seine ganze Handlung in die Vergangenheit gelegt hat.

01:25:12: Und anhand vergangener Herrscher und Herrschershäuser diese ganzen Themen Verrat Korruption

01:25:19: etc.,

01:25:20: auf offener Bühne widerspiegeln oder spielen lassen konnte.

01:25:26: Die Spione des Königshauses, oder der Royce waren ja regelmäßig bei seinen Theaterbesuchen mit dabei und haben geguckt ob sie irgendwas finden womit Sie ihn dann nun endlich mal ans Messer liefern können.

01:25:39: Und daran musste ich auch hier so ein bisschen denken.

01:25:41: also dieser Tanz auf Messers Klinge Also wirklich eigentlich offensichtlich allen einen Spiegel vorhalten und alle wissen genau worum es hier geht und wer angesprochen ist.

01:25:54: Aber es lässt sich nicht nachweisen, weil der Schaffende in dem Fall Gleis sagen kann, ich habe von den Niederlanden geschrieben.

01:26:00: Also keine Ahnung was ihr jetzt von mir wollt und das finde ich ganz große Handwerkskunst Und das ist auch eine Kunst die ein bisschen verloren gegangen ist auf diesem Level und das muss ich ihm auf jeden fall zugutehalten.

01:26:19: Nichtsdestotrotz hab' ich... Ich muss mal ein bisschen schauen.

01:26:21: also ich hab Auf jeden Fall gemerkt dass solche Theaterstücke in literarischer Form zu lesen, mir deutliche Schwierigkeiten bereitet.

01:26:31: Ich muss diese Stücke ein zwei drei Mal lesen.

01:26:35: ich muss mich im Hintergrund damit auseinandersetzen und muss mir dann nochmal Zeit nehmen das auch mal langsam zu Lesen damit ich daran wirklich meinen wirklich einen Gewinn für mich rausholen kann und dass auch dementsprechend schätzen kann und werde die wahrscheinlich nie einfach mit Genuss lesen und sagen, auch heute Abend habe ich mal Lust jetzt verbrauchene Krug zu lesen.

01:26:55: Den hole ich mir mal raus und dann genieße sich das und wahrscheinlich auch seine anderen Stücke nicht beim ersten Mal lesen.

01:27:01: Für mich sind Theaterstücke in dieser Form – das war es schon damals in der Schule – zu Beginn immer Arbeit und kein Lustgewin.

01:27:11: Das kommt dann erst später je mehr man sich darum erschließt.

01:27:16: Meistens liegt es daran dass die Handlung nicht so überragend umfangreich ist.

01:27:20: Manchmal liegt es auch daran, wie verklausuliert zum Teil geschrieben ist und wie kodifiziert geschrieben wird eben weil die Autoren sich nicht angreifbar machen wollten.

01:27:31: Und man erst mal dahintersteigen muss.

01:27:32: wer was meinen sie denn?

01:27:33: das heißt du hattest das ganz am Anfang gesagt Alex.

01:27:36: man braucht eigentlich unfassbar viel historisches rundum und Grundwissen.

01:27:42: man muss das ganze in seiner zeit lesen um zu verstehen auf was dieses stück erstmal hinaus will Denn abseits davon trägt die Handlung nicht viel und man versteht den Humor auch nicht bis ins letzte und hat dann daran auch keinen Spaß.

01:28:01: Das heißt, bei dem Werk kommt es vor allen Dingen auch wenn man's in der Schule liest darauf an

01:28:04: wie

01:28:04: gut kontextualisiert die Lehrkraft dieses Stück Und macht das so zugänglich für die Schülerinnen und Schüler.

01:28:13: und damit bin ich ein Stück über dir einen Schnuff wie magst sagen würde und bin bei sechs

01:28:19: Punkten.

01:28:20: ja.

01:28:20: also Ich kann natürlich eurer Punkte nachvollziehen Nichtsdestotrotz.

01:28:25: Es gibt den ganz simplen Moment, wenn man ein Theaterstück am besten genießen kann indem man sich gerade in einem Theater befindet.

01:28:35: Die sind nicht zum Lesen gedacht und Kleist hat das Ding auch in seiner Zeitschrift Föbus nur veröffentlicht weil sonst keiner lesen oder spielen wollte.

01:28:43: Na die Grunde lese ja dass es sich auf einer Bühne entfaltet Und dann Gibt's ja auch als Film usw.

01:28:50: macht das natürlich alles viel mehr Spaß.

01:28:52: Und ich glaube, wenn man die Sprache hier anpassen würde und es in die Gegenwart schleifte, wäre... ...würde noch augenfälliger werden wie gegenwärtsbezogen dieser Text eigentlich ist und wie lesbar er heute auch noch isst.

01:29:09: Die Sprache ist ein Hemmnis!

01:29:11: Ich glaube auch thematisch ist es was für Schüler.

01:29:15: Ich glaube am meisten scheitert man eben an der Sprache weil das mit Arbeit verbunden ist und man da schon ein gewisses Maß an Bissbrauch und das gebe ich auch offen zu.

01:29:25: natürlich wenn man sowas studiert hat mit der zeit hat man sich dran gewöhnt.

01:29:28: Ich brauche halt mal, wenn ich lange so etwas nicht gelesen habe, dann brauche ich ein bisschen länger.

01:29:32: aber ansonsten ja okay ist halt die sprache gewöhnte man sich daran.

01:29:36: Das ist auch für Schüler was anderes.

01:29:38: Die Themen haben wir alles schon behandelt.

01:29:41: wie gesagt ich finde das spannende an dem ding dass es sich eben nicht richtig zuordnen lässt dass es in viele weit richtungen deutbar bleibt zumindest was kleist tatsächlich nicht, dass er damit sagen wollte das ist immer rotz.

01:29:57: aber was es sein will naja ich muss es mal so hart sagen was wollt du uns der dichter damit sagen?

01:30:04: wenn ihr das genauer wissen wollt dann fragt den dichter lacht seine briefe und wenn er es da nicht genauso sagt dann wusstest wahrscheinlich selber nicht was wollte uns jetzt?

01:30:12: ich hasse diese frage aber ich mag das ja wenn so eine ganz simple handlung handlungen vollzogen wird und alleine auch die Anspielung auf Oetipus.

01:30:21: Und die Parallelen dazwischen, die sind genial gearbeitet!

01:30:25: Also handwerklich passt es für mich völlig nachvollziehbar.

01:30:29: ich weiß nicht ob ihr euch dazu auch was durchgelesen habt.

01:30:31: Kleist hat mit drei anderen zusammen sich dieses Bild angeguckt und die haben dann gesagt okay wir schreiben alle einen Text über diesen zerbrochenen Krug und Kleist gewonnen und das ist nicht grundlos.

01:30:42: und ich mag das Buch wirklich.

01:30:45: Ich fand auch ab einem bestimmten Punkt entwickelt es ein gewissen Soak.

01:30:49: Ich bin bei... ich glaube, ich habe sieben per Rücken gegeben.

01:30:54: Wenn nicht mich recht entsinnt.

01:30:58: Wunderbar!

01:30:58: Da haben wir fünf sechs sieben.

01:30:59: Das passt aber eigentlich

01:31:00: doch.

01:31:01: Haben wir ein Codewort?

01:31:03: Reimloser jambischer Fünfheber?

01:31:06: Ach bitte du wirst kein Werbetextor mehr.

01:31:09: Nee überhaupt nicht das steckt auch nicht in mir.

01:31:11: Was eine eher krug Zett drüber denn wie war das?

01:31:14: Wo war es denn?

01:31:18: Findest auf die Schnelle.

01:31:19: Ist auch kein Wort

01:31:20: ne?

01:31:21: Ne ein Zitat ihr kurzertrümmerndes Gesindel oder nur gesindel.

01:31:29: wir brauchen was krippiger ist es nicht.

01:31:33: noch ist die

01:31:33: Perücke gejunkt.

01:31:37: das war da habe ich so gelacht.

01:31:40: Ich habe auch eine Stelle dabei.

01:31:45: Das ist wie es gibt von Thorsten Sträter, die wundervolle Formulierung über Bubble Tea dass sei als Habe ein unhandlicher

01:31:55: Put

01:31:56: in einen Becher geleicht.

01:32:00: Das ist

01:32:00: so lustig, aber ich

01:32:03: möchte...

01:32:04: Ich möchte was griffigeres

01:32:09: Perücke

01:32:09: kümmern.

01:32:10: Perücke ist schön.

01:32:12: Klinge?

01:32:13: Das fand ich

01:32:13: gut.

01:32:15: Klinke?

01:32:16: Denn ihm wird der Klingel mehrfach eins übergebraten.

01:32:19: Das finde ich eigentlich ganz hübsch.

01:32:21: und so ein Wort.

01:32:22: Klumpfuß.

01:32:23: Klumphfuß, aber das passt auch zu... Sofocless.

01:32:28: Deswegen

01:32:28: kannst du auch Pferdefuß nehmen.

01:32:33: Ja, Pferdefuß.

01:32:34: Pferdefuß finde ich gut.

01:32:35: Nehmen wir den Pferdfuß.

01:32:36: Gut liebe Hörerinnen und Hörern.

01:32:38: vielen Dank fürs Zuhören bis an dieser Stelle.

01:32:41: wer von euch jetzt bisher durchgehalten hat schreibt bitte uns pferdefus in die Kommentare entweder bei Spotify direkt oder je nachdem wo ihr das hört Und dann wissen wir, wer von euch das bis zu Ende durchgestanden hat.

01:33:00: Wir bedanken uns bei euch!

01:33:02: Wünschen euch alles Gute!

01:33:03: Bleibt wie immer nicht viel zu sagen außer lest was Schönes und nächsten Monat geht's dann wieder mit einer etwas literarischeren

01:33:11: Buchbesprechung

01:33:13: weiter.

01:33:14: Macht es gut!

01:33:14: Bis zum nächsten Mal!

01:33:15: Tschüss!

01:33:16: Das ist dein schön unviel Erfolg fürs Abitur.

01:33:19: Oh ja gedrückte Daumen.

01:33:20: Ganz wichtig.

01:33:21: Macht besser als

01:33:24: ich.

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